Chronik Henneberg

Für die Region Henneberg konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

Bis zum 14. Jahrhundert

1096 Gründung der Grafschaft Henneberg durch den Grafen von Henneberg, die in mehreren Linien regierten. Die Henneberger stammten vom Bamberger Geschlecht der Popponen ab.
1131 Gründung des Klosters Veßra, das geistliche Zentrum und Grablege für fast alle Generationen.
1274 Hennebergische Hauptteilung in die Linien:
Henneberg-Schleusingen (bis 1583)
– Henneberg-Aschach-Römhild (bis 1549)
– Henneberg-Hartenberg (bis 1379)
Die bedeutendste Linie war Henneberg-Schleusingen mit Sitz auf Schloss Bertholdsburg.
1310 Berthold VII. von Henneberg-Schleusingen wurde in den Fürstenstand erhoben. Henneberg wurde nun als reichsunmittelbare (direkt dem Kaiser unterstellt) und gefürstete Grafschaft regiert.
1353 Ein bedeutender Teil der Grafschaft um Coburg geht an das Haus Wettin als Mitgift Katharinas von Henneberg (+1397) bei der Hochzeit mit Friedrich dem Strengen.
1485 Ernst und Albrecht von Sachsen aus dem Hause Wettin regieren Sachsen zunächst gemeinsam und teilen dann ihre Länder (Leipziger Teilung). Albrecht und seine Nachkommen erhielten ein eigenes Territorium mit Dresden als Zentrum, das sie von nun an als Herzöge von Sachsen regierten.

16. Jahrhundert

1592 Hennberg Karte
Karte von Henneberg 1592 (Quelle: Deutsche Fotothek [53])
1514Im Landesarchiv Sachsen-Anhalt beginnen die Aufzeichnungen zum Forschungsgebiet unter der Signatur „A 30b IV Fürstentum Sachsen-Zeitz. Akten zur Grafschaft Henneberg (1514 – 1718)“
1535Im Landesarchiv Sachsen-Anhalt beginnen weitere konkretere Aufzeichnungen unter der Signatur „D 42 Amt Schleusingen (1535 – 1828)“.
1544 Graf Georg Ernst von Henneberg-Schleusingen schloss sich der Reformation an, obwohl sein Vater zunächst weiterhin dem alten Glauben treu blieb. Geldmangel führte zu einer Schuldverschreibung an das wettinische Sachsenhaus, da im katholischen Franken kein Partner gefunden werden konnte.
1554 Am 1. September 1554 wurde im Rathaus zu Kahla die ernestinisch-hennebergische Erbverbrüderung geschlossen.
1582Wegen der gregorianischen Kalenderänderung folgt auf den 05.10.1582 direkt der 14.10.1582.
1583 Aussterben der Henneberger Linie. Nach dem Kahlaer Vertrag mit den Wettinern wurde Henneberg durch die Sachsen übernommen.
– 7/12 gingen an die Ernestiner (u.a. Meiningen, Ilmenau und Wasungen)
– 5/12 gingen an die Albertiner (Schleusingen, Suhl und Kühndorf)
Beide blieben unter gemeinsamer Verwaltung mit Sitz in Meinigen.

17. Jahrhundert

1657 Nach dem Tot des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen (aus dem Hause Wettin, albertinische Linie) am 8.10.1656 werden auf Grundlage seines Testaments am 22.04.1657 in Dresden der „Freundbrüderliche Hauptvergleich“ und 1663 ein weiterer Vergleich geschlossen, in dem drei Territorien und deren Hoheitsrechte abgrenzt werden. An seinen Sohn Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz (* 28. März 1619 in Dresden; † 4. Dezember 1681 in Zeitz) gingen dabei neben anderen Territorien die kursächsischen Erbansprüche von 5/12 der Grafschaft Henneberg und bilden zusammen das Herzogtum Sachsen-Zeitz. Er bemühte sich in seiner Regierungszeit die nach dem Dreißigjährigen Krieg zerstörten Ländereien wieder aufzubauen.
1660 Die Grafschaft Henneberg wurde im Rahmen des Weimarer Vertrags (Sächsischer Teilungsvertrag) aufgelöst, weil sich Ernestiner und Albertiner nicht über die Erbschaft einigen konnten. Es entstanden:
– Fürstentum Sachsen-Zeitz (Schleusingen, Suhl, Kühndorf mit Benshausen).
– Herzogtum Sachsen-Weimar (Ilmenau und Kaltennordheim)
– Herzogtum Sachsen-Altenburg (Meiningen, Maßfeld, Themar, Kellerei Behrungen, Hof zu Milz, Kammergut Henneberg)
– Herzogtum Sachsen-Gotha (Frauenbreitungen, Sand und Wasungen)
Im Zuge dieser Teilungen wird auch der Ort Stützerbach aufgeteilt.
1672Die beiden letzteren Herzogtümer wurden zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg vereinigt.
1681 Der erst 17-jährige Moritz Wilhelm (* 12. März 1664 in Zeitz; † 15. November 1718 in Weida) trat nach dem Tod seines Vaters am 4. Dezember 1681 seine Herrschaft nur teilweise und nur formell an. Sachsen-Zeitz verblieb bis 1685 unter der Vormundschaftsregierung des sächsischen Kurfürsten Johann Georg III. (Hauptlinie der Wettiner).
1685Der Einfluss Kursachsens blieb sehr groß und verschiedene Versuche eine größere Unabhängigkeit zu erlangen blieben erfolglos. Die praktische Verwaltung des Herzogtums erfolgte durch den sog. geheimen Rat.

18. Jahrhundert

1711 Henneberg Karte
Karte von Henneberg ab 1711 (Quelle: Deutsche Fotothek [50])
1718 Mit dem Tod von Moritz Wilhelm geht Sachsen-Zeitz und damit auch die Ämter Schleusingen und Suhl wieder an die Albertinische Hauptlinie zurück, da die verbliebenen Erbprinzen in einem geistlichen Stand eingetreten waren.
1733Friedrich August der I. („August der Starke„) aus der Albertinischen Hauptlinie stirbt in Warschau. Für seinen Nachfolger wird ein Erbhuldigungsregister des Herzogtums Sachsen-Zeitz erstellt.
1815 Mit der Neuordnung Europas nach den Niederlage Napoleon Bonapartes durch den Wiener Kongress gingen die Ämter Schleusingen und Suhl 1815 an Preußen und bildeten dort den Kreis Schleusingen in der Provinz Sachsen.