Die Kurze Triebel-Geschichte

Allgemeine Namensherkunft

Für die Herkunft des Familiennamens Triebel können unterschiedliche Erklärungen herangezogen werden. Dazu kann zu zunächst allgemein zusammengefasst werden, dass sich deutsche Familiennamen in fünf Gruppen unterteilen lassen [31]:

  • Familiennamen nach Rufnamen. Es handelt sich meist um Vaternamen, z. B. Albrecht oder Friedrich. Gelegentlich sind aber auch andere Verwandtschaftsbeziehungen der Ursprung.
  • Familiennamen nach Wohnstätte. Entstanden zur Identifizierung von Personen innerhalb der engeren Heimat aus Lage des Wohnsitzes oder baulicher Besonderheiten des Wohnhauses, z. B. Bühl, Horn, Ebner, Thalmann, Pfuhl, Bachmann, Grieß.
  • Familiennamen nach Berufs-, Amts- und Standesbezeichnungen, z. B. Müller, Schmidt, Schneider, Fischer, Meyer, Weber, Schulz, Bauer, Richter, Lasser, Schröpfer, Helmer, Plattner.
  • Familiennamen nach Herkunft. Meist bei Zuwanderungen in expandierende Städte wurden dem Vornamen der Herkunftsort hinzugefügt, z. B. von Oetershausen, Westphahl, Bülow, Böhmer.
  • Familiennamen aus Übernamen: Entstanden aus konstanten dauerhaften oder vorübergehende zufällige Merkmale des Namensträgers, z. B. Lang, Kurz, Mager, Dürr, Grau (Haarfarbe), Hinkefuß, Blaurock, Zänker, Zorn, Grimm, Murr, Hochmut, Guthans, Hübsch, Frühauf, Keck, Müssig, Späth, Kluge, Narr, Bierhals, Schlemmer, Tänzer.

Die Herkunft des Namens Triebel kann daher über die Herkunft oder über einen Übernamen mit Ursprung aus dem Beruf erklärt werden.

Berufsübername Triebel

Als Erklärung für die Namensherkunft von Triebel aus Berufsübernamen kommen folgende Erklärungen in Frage:

  • Triebel kann abgleitet werden aus den mittelhochdeutschen Wörtern tribel und tribelslage, die Treibel bzw. Schlägel bedeuten. An Spulrädern ist der Triebel der krumme Arm an der Welle bzw. der Drehling der Kurbel, um das Rad zu drehen [31].
  • Bezeichnet wurde mit Treibel auch der hölzerne Böttcherhammer, mit dem die Reifen angetrieben werden, daher auch „Reiftreibel des Böttchers“ [31].
  • In einigen Oberdeutschen Gegenden bedeutet Triebelmeister bzw. Zeidelmeister so viel wie Bienenmeister („Zeidel“ = Honig) [29, 33, 34].

Aus den ersten beiden Wortabstammungen kann abgeleitet werden, dass es sich um einen Übernamen handelt, der einer Person zugewiesen wurde, die scheinbar in einem besonderen Maße mit diesen Werkzeugen gearbeitete hatte. Die Wortabstammung aus dem Oberdeutschen lässt zusätzlich auf eine räumliche Herkunft schließen, die Nahe des späteren Hauptverbreitungsgebietes des Namens liegt.

Herkunftsname Triebel

Diese Art der Namensgebung fällt zeitlich mit der Entfaltung der Städte im Mittelalter zusammen. Die Zuwanderung erfolgte hauptsächlich aus Ortschaften der näheren Umgebung. Herkunftsnamen können aber auch weitere Motive haben, z. B. Handelsbeziehungen, eine Pilgerfahrt oder eine Reise.

  • Im Vogtland befindet sich eine Gemeinde Triebel in der Talaue des Triebelbaches. 1303 wurde Triebel das erste Mal urkundlich erwähnt Es gibt Hinweise auf eine germanische und sorbische Frühbesiedlung des Gebietes Triebel. Grund für diese Ortsentstehung soll ein Eisenhammer gewesen sein. An dessen Stelle befindet sich heute die untere Mühle. Im Jahr 1378 sprach man von einem Niederen und einem Oberen Triebel. Erwähnt wurden die Orte mit unterschiedlichen Schreibweisen als Trybl (1303), Tribel (1328), Uberntrybel (1378), Triebel (1380), Tribil (1397) und beden Treblin (144). Ende des 18. Jahrhunderts setzten sich die Namen Unter- und Obertriebel durch [28].
  • Im heutigen Polen befindet sich die die Gemeinde Trzebiel (deutsch Triebel, obersorbisch Trjebule) mit knapp 6000 Einwohnern, von denen rund 1400 im gleichnamigen Hauptort wohnen . Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahre 1301. Zu dieser Zeit gehörte er noch zum Siedlungsgebiet der Sorben. Nach der Reformation wurden in der Kirche von Triebel Gottesdienste in sorbischer Sprache abgehalten.
  • Triebel ist eine Ortslage im Wuppertaler Stadtbezirk Uellendahl-Katernberg im Wohnquartier Siebeneick, die aus der Hofschaft Neuer Triebel hervorgegangen ist. Benachbarte Ortslagen sind „Alter Trie-bel“ und „Triebelsheide“. Die Herkunft des Namens ist derzeit noch ungeklärt. Der Ort ist auf der Preußischen Uraufnahme von 1843 als neue Triebel eingezeichnet. 1888 lebten in Triebel acht Einwohner in einem Wohnhaus. Auf Messtischblättern trägt der Ort den Namen Triebel. Im 19. Jahrhundert gehörten Neuer und Alter Triebel zu der Bauernschaft Kleine Höhe der Bürgermeisterei Hardenberg, die 1935 in Neviges umbenannt wurde. Heute existieren diverse Straßen, die nach den Ortslagen benannt sind.

Früheste Namenserwähnungen im 14. und 15. Jahrhundert

Die frühesten Namenserwähnungen beginnen im 14. Jahrhundert, was auch zeitlich mit der Bildung der Familiennamen zusammenfällt. Unterschiedliche Quellen nennen dabei Erwähnungen in unterschiedlichen Regionen:

  • Das Etymologische Wörterbuch der Deutschen Familiennamen von 1847 sieht den Namensursprung in der heutigen Region Baden-Württemberg „… frühere Erwähnungen leiten Triebel von den phonetisch ähnlichen Namen Trübel und Träubel ab. Urkunden weisen auf ein Haus- bzw. Wirtshausnamen mit dem Namen Träubel hin. Weitere Belege zeugen von einem Johann zum Trübel (1419), Kirchherr zu Dorlisheim, Bruder Reinhold zum Trübel in Rottweil (1429), Chun zum Treublein in Basel (1432), Johann zum Trübel Kaplan zu Straßburg (1371)“ [32].
  • In Südwest-Thüringen ergeben meine eigenen Forschungen erste Erwähnungen 1468 in Vesser, ab 1497 in Suhl, 1528 in Schmiedefeld und ab 1570 in Schleusingen und Goldlauter.

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