Chronik Suhl

Für Suhl konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

16. Jahrhundert

1487Die St. Marienkirche (Hauptkirche) wird von 1487 – 1491 erbaut.
1497Friedrich Triebel tauscht seinen Hammer in der Vesser gegen den Lauterhammer (bei Suhl) ein [60,61]
1505Erwähnung desselben Friedrich Triebel im Schlauchgarten und seiner Söhne Oswalt, Werner und Jacob Triebel im Einwohnerverzeichnis Suhl [38].
1525Es werden in den Einwohnerverzeichnissen von 1525 und 1528 dieselben Triebel erwähnt und zusätzlich ein Jörg Triebel [38].
1527Suhl erhält das Stadtrecht und eine eigene selbständige Pfarrei.
1531Jörg Triebel wird mit einem Vermögen von 800 Gulden beim Eisenhammer Schlauchgarten außerhalb von Suhl geführt [39].
1535Nürnberger Büchsenschmiede siedeln sich in Suhl an.
1549Im Amtserbbuch ist unter dem Namen Jörg Triebel Erbzins für 75 Acker Rechwiesen und einen See verzeichnet, womit er auch zugleich den mit Abstand größten Landbesitz hat. Er ist Schöffe am Suhler Berggericht [39].
1553Jörg Triebel bringt es auf ein zu versteuerndes Vermögen von 1.800 Gulden im Schlauchgarten und zusätzlich 705 Gulden in der Stadt. Er ist damit der reichste Mann in Suhl [39].
Das Gesamtvermögen der Hämmer (Lauwetter, Steinau, Hoffnung, Schlauchgarten, An der Straße, In der Lauter und “in der Goldlauter”) beträgt 7.681 Gulden, davon waren 4.097 Gulden (53,3%) in Besitz von insgesamt 14 Triebel-Familien (mit durchschnittlich 412 Gulden Besitz!) [39].
1557Es wird eine Grube in Goldlauter stillgelegt (“Gewerckschafft Welche bey der wieder aufgenommenen Silber- und Kupferzeche, Weiße Lilien und St. Jacob unweit Goldlauter und bey der KupferZeche Margaretha an der Hofleithe bey Suhla bauet, als:”). Die bisherigen Kruxinhaber müssen sich entscheiden, ob sie ihre Anteile aufgeben oder sich ihre Anteile auf die neue Grube St. Jacob umlegen lassen [39].
56 Kruxanteile werden aufgegeben – darunter 6 von Jörg Triebels Erben.
68 Kruxanteile werden umgelegt – darunter 2 von Jörg Triebels Erben.
1574Im zweiten Band der Suhler Chronik Kapitel XXXIII wird der Vertrag zwischen dem Amt Schwarzwald und etlichen sächsischen, hennebergischen und gleichen Flecken, die Brücke und den Weg über den Wald und den Weghalter zu Oberhof beschrieben. Für die Vertragserneuerung wurde unterschiedlichste Vertreter der betroffenen Gemeinden eingebunden. So auch die Ratsmitglieder von Suhl Stephan Triebel und Valentin Mendes [35].
1580Im neunten Kapitel des zweiten Buches der Suhler Chronik werden die Auswirkungen der Reformation beschrieben. In diesem Zusammenhang wird die lateinische Schule beschrieben, deren eifrige Entwicklung sie den Lehrern Nicolaus Funk, M. Heinrich Triebel und Johann Wendel (dem späteren Direktor) zu verdanken hatte. Ein Schüler in dieser Zeit war der Philologe Wolfgang Seber, geb. 04.08.1573 in Suhl [35].
1583Das Amt Suhl geht von der Grafschaft Hennberg in die gemeinsame wettinische Verwaltung mit Regierungssitz in Meiningen über.
1588An den Suhler Eisenhämmern leben 94 „Mannschaften“ (ähnlich Familien) [39].
1590Es beginnen die Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern der St. Marien Kirche, die bis heute überliefert sind.
1595Im dritten Kapitel des dritten Buches der Suhler Chronik werden die Wirtschafszweige („Hauptnahrungszweige“) im Zeitraum 1584-1643 behandelt. Es dominieren das Eisen- und Waffenhandwerk. Die hohe Blüte der Stadt zeigt sich u.a. in einem hohem Bildungsanspruch, die durch eine lateinische Schule zum Ausdruck kommt. Die Schule wurde auch von Handwerkerkindern besucht, was zu dieser Zeit besonders war. Der Direktor der Schule veranstaltete am 25.02.1595 die Aufführung der Komödie „Andria oder das Mädchen von Andros“ von Terenz in lateinischer Sprache, was für einen hohen Bildungsstand der Suhler Bevölkerung steht. Dabei spielte Phillip Triebel die Rolle der „Lesbia“ und Georg Triebel die Rolle des „Davus“. Daraus kann geschlossen werden, dass es sich um Söhne wohlhabender Familien handeln musste [35].
1599Im fünften Kapitel des zweiten Buches der Suhler Chronik wird die Erhebung zur Stadt und Sitz des Amtsbezirkes beschrieben. Neben Suhl gab es die eigenen Verwaltungsbezirke Suhler-Neundorf und Obersuhla, die jedoch kirchlich verbunden waren. Obersuhla umfasst den Schlauchgarten, die Steinau, Lauter und Hoffnung, die einen eigenen Schultheißen hatten. Er wurde „Praetor Schlauchgartianus“ oder der Bürgermeister auf den Hämmern genannt. Ältester bekannter Amtsträger war Veit Triebel. Erst im Jahr 1703 wurde Obersuhla eingemeindet [35].

17. Jahrhundert

1606Es werden folgende Triebels im Suhler Einwohnerverzeichnis erwähnt: M. Henrich Triebels Wwe., Jakob Triebel, Georg Triebel, Valten Triebels Wwe., Mathes Triebell, Hans Triebell, Steffan Triebell, Andreß Triebell, Caspar Driebell, Hammerschmied und Paul Triebell [unsichere Quelle].
1614In der Nähe von Suhl werden die folgenden Eisenhämmer mit den genannten Besitzerfamilien betrieben [42]:
·         „Niederhammer“: Keiner, Triebel, Sebert, Klett
·         „Laubetterhammer“: Heidenbluth, Klett
·         „Schlauchgartenhammer“ (seit 1437): Triebel
·         „andere Schlauchgartenhammer“: May Steuerwald
·         „Steine-Hammer“: Commer, Störer, Schlott und Triebel
·        „Lauter-Hammer: Klett und Triebel
1618Im vierten Kapitel des dritten Buches der Suhler Chronik werden kirchliche, sittliche und Rechtsverhältnisse in Suhl behandelt. Dabei wird ein Brudermord dokumentiert. Am 22.08.1618 erschlug der Eisenschmied und Ehemann Heinrich Triebel seinen auch verheirateten Bruder Johannes Triebel vor dem väterlichen Hause in der Steinau. Es ist kein Motiv bekannt. Heinrich ist darauf hin geflohen und wurde auch nicht gefasst. Die erfolgreiche Flucht ist nicht verwunderlich, da die Verfolgung an den Grenzen des Gerichtsbezirkes endete. Es war sogar üblich Verbrecher mit Landesverweisung zu bestrafen.
1620Es besteht eine Kirchenbuchlücke vom 1.1.1620 bis 31.10.1634. Das zweite Kirchenbuch ist während der Verwüstung der Stadt durch die Kroaten am 14./15.Oktober 1634 abhandengekommen.
1621Veronica Triebel, Thomas Triebels Tochter, heiratet am 21.10. in Schleusingen Hans Sperer, Claus Sperers Sohn.
1634Im zweiten Band der Suhler Chronik Kapitel XLI wird das verheerte, zerstörte und eingeäscherte Suhl in Folge der wütenden Kroaten beschrieben. Dabei wurden Leichenfunde dokumentiert. Eintrag 41 beschreibt den „alten Pacht-Beck von neunzig Jahr Andreas Triebel mit Namen, Sebastian Klett der Alt auch gar Sanft seinem Sohn beisammen graulich zerhauen lagen Tod.“ Weiterhin wurden die Personen dokumentiert, die in der Kriegsnot verstorben und nie wiedergefunden wurden: Andreas Triebel, Bachbeck, Thomas Triebel im Schlauchgarten und Hans Michael Triebels Sohn [35].
1646Bei der von der Kirche angeordneten Volkszählung nach dem 30 jährigen Krieg wurden 22 Familien mit ca. 100 Personen mit dem Namen Triebel dokumentiert die in den vier Vierteln der Stadt selbst und den umliegenden Orten Schlauchgarten, Neundorf, Heinrichs, Albrechts und Goldlauter [1].
·         Im 1. Viertel eine Familie (Jacob Triebel, Schlosser)
·         Im 2. Viertel zwei Familien (Abraham, Fuhrmann und Johann, Bläser)
·         Im 3. Viertel fünf Familien (2 Hammermeister, Pachtbäcker, Schlossergeselle und Köhler)
·        Im 4. Viertel fünf Familien (3 Hammermeister und -schmiede, 2 Schubkärner)
·        Außerhalb neuen Familien (3 Hammerschmiede, 5 Witwen/er, 1 Fuhrmann)
Außerdem lebten elf Mägde, Lehrjungen und ledige Triebels bei anderen Familien.
1660Suhl wird nach dem sächsischen Teilungsvertrag albertinisch und fiel als Sitz des Amtes Suhl an das Herzogtum Sachsen-Zeitz.
1662Im achten Kapitel des vierten Buches der Suhler Chronik werden die Hexenprozesse beschrieben. Unter den Opfern war am 17.10.1662 Anna Triebel (geb. Krämer, Witwe des Lorenz Triebel, Laurentius genannt „Thummel“) zusammen mit zwei Schwestern. Sie wurde erst auf dem Richtplatz enthauptet und dann auf dem Holzstoße verbrannt [35, 62].
1666Ebenfalls im Rahmen der Hexenprozesse wurde folgendes erwähnt: Am 3.10.1666 starb auf dem lodernden Holzstoße den Feuertod Osanna Triebel, Georg Triebels im Schlauchgarten nachgelassene Witwe welche eingestanden hatte, dass sie 14 Jahre lang Zauberei getrieben hatte [35, 62].
1675Noch einmal im Rahmen der Hexenprozesse wurde erwähnt: Am 21.11.1675 starb Barbara Triebel, die Ehefrau des Johann Triebel Fuhrmann im Schlauchgarten eines natürlichen Todes. Sie stand allgemein unter dem Verdacht eine Hexe zu sein, der gemäßigte Amtmann Stauffenpuhl hielt es jedoch nicht für nötig einen Hexenprozess einzuleiten [35].
Suhl mit Domberg um 1700

18. Jahrhundert

1731Die Kreuzkirche wird von 1731 – 1739 für den westlichen Teil der Stadt gebaut. Sie befand sich damals am westlichen Stadtrand zwischen zwei Stadttoren. Daher wurde beim Kopfbau der Kirchturm mit dem repräsentativen Eingangsportal auf der Ostseite zum Stadtzentrum orientiert. Ab 1706 wurden bereits eigene Kirchenbuchaufzeichnungen geführt.
1753Im vierten Kapitel des fünften Buches der Suhler Chronik wird der große Brand am 01.05.1753 beschrieben. Die zugezogene Prophetin Anna Dorothea Triebel, soll diesen Brand vorhergesagt haben [35]. Eine genauere Recherche zu dieser Person ergab, dass es sich wahrscheinlich um eine Anna Margaretha Triebel gehandelt haben muss, die im selben Jahr mit 46 Jahren in das Armenhaus Waldheim eingeliefert wurde. Sie starb 2.01.1760 im Armenhaus mit 52 Jahren. Weitere Recherchen kamen zu dem Ergebnis, dass es sich wahrscheinlich um die Tochter von Jacobi Triebel, Schneider, und Anna Margreta Johannis Klett handelte [14].
1771Im siebten Kapitel des fünften Buches der Suhler Chronik wir die große Teuerung 1771 – 1772 und Ihre Folgen beschrieben. Dabei wird eine Spendenliste für das Armenpflegewesen referenziert, die seit dem Anfang des 30 Jährigen Krieges geführt wurde. Sie enthält einen Eintrag für Barbara Triebel, Valentin Triebels, Hammerschmieds Tochter auf dem Niederhammer. Sie spendet 20 Gulden [35].

19. Jahrhundert

1812Im neunten Kapitel des fünften Buches der Suhler Chronik werden Begebenheiten in den Jahren 1800-1812. Dabei wird dokumentiert, dass als Teil des Russlandfeldzuges die in Suhl geborenen Soldaten Kaspar Triebel und Johann Triebel starben [35].
1846Im Verzeichnis der Subseribenten (vermutlich an der Erstellung des Werkes beteiligt) werden die folgenden Personen mit dem Namen Triebel gelistet:
·         Caspar Friedrich, Bajonettschmiedemeister in Suhl
·         Georg, Schäftermeister
·         Georg Friedrich, desgl.
·         Georg Julius, desgl.
·         Gottlieb, Büchsenmachermeister
·         Johann Friedrich, desgl.
·         Nicolaus sen., desgl.
·         Nicolaus jun., Bajonettschmied
·        Stephan, Königlicher Gewehrrevisor