Chronik Schmiedefeld

Für Schmiedefeld konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

15. Jahrhundert

1406 Der Ort wird erstmals urkundlich „uf dem Smidfeldt“ erwähnt.

16. Jahrhundert

1514 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthalten keine Einträge für Schmiedefeld.
1528 In der über 40 Jahre andauernden Auseinandersetzung um die „Harzwälder“ um den Finsterberg (ca. 1490 –1530) wurde Paul Triebel als Zeuge angehört, um eine klare Abgrenzung zwischen den Sächsischen und Hennebergischen Ländereien auszuloten.
1535 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält 11 Besteuerte mit einem Vermögen von 841 fl.
1569 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält 21 Besteuerte mit einem Vermögen von 2135 fl.
1573 In einem „Verzeichnis der Wehren und Waffen“ werden 30 männliche Personen namentlich geführt, von denen 16 über Büchsen und 14 über Federspieße verfügten. Einer davon trug den Namen Triebel.
1585 Zur Erbhuldigung erscheinen 37 Mannschaften, daraus können ca. 174 Einwohner abgeleitet werden.
1588 Zur Erbhuldigung erscheinen 48 Personen aus Schmiedefeld. Im Musterregister [55] wurden 48 Personen verzeichnet. Darunter Großhans Triebell, Jacob Triebel (Wittwer) und Jung Hans Triebel alle mit Federspieß. Unter den Mietlingen Matthäus und Jörg Triebel, beide ebenfalls mit Federspieß.
1600 Zur Erbhuldigung erscheinen 51 Personen aus Schmiedefeld. Die Bevölkerung lag zu dieser Zeit zwischen 175 und 200 Seelen.

17. Jahrhundert

1606 Zur Erbhuldigung erscheinen 43 Personen aus Schmiedefeld, davon 23 mit eigenem Hausbesitz und 20 Mietlinge. Daraus wurden 202 Einwohner abgeleitet.
1611 Zur Erbhuldigung erscheinen 75 Personen aus Schmiedefeld mit einem eigenen Haus, darunter 62 Männer und 13 Witwen. Abwesend waren 9 Männer, sodass von 84 Haushaltungen ausgegangen werden kann. Daraus wurden 348 Einwohner abgeleitet.
1617 Paul Triebel wird in Schmiedefeld geboren und wird bei der Hochzeit seines Sohnes Hans Adam Triebel erwähnt. Er heiratet 1674 in Goldlauter und ist laut diesem Eintrag 1649 in Schmiedefeld geboren. Ein Paul Triebel wird bei der Volkszählung 1647 jedoch nicht erwähnt. Da er bereits um 1617 geboren sein muss, müsste er zwischen 1647 und 1649 (Geburtsjahr des Hans Adam) nach Schmiedefeld gekommen sein.
1625 86 Musterungspflichtige werden verzeichnet. Darunter Hans und Jacob Triebel, Musketiere [56].
1626 Thomas Triebel aus Schmiedefeld stirbt in Schleusingen.
1631 In Schmiedefeld gibt es 70 Häuser und 71 Familien.
1647 Bei der Volkszählung nach dem 30-jährigen Krieg werden eine Witwe Anna Triebel und die Familien Cyriax, Johann und Wolfgang Triebel erfasst. Sie stellen drei von 19 Familien dar, von denen 5 keinen Vater mehr haben.
1649 In Schmiedefeld leben 15 Familien.
1659 In Schmiedefeld leben 51 Familien. 51 Männer und 10 Witwen in 52 Häusern.
1665 Schmiedefeld hat 55 Häuser.
1670 Der Schultheiß Hans Keßler gibt die Einwohnerzahl in einer amtlichen Eingabe mit über 300 Seelen an.
1675 Stephan Triebel, der erste Sohn des Hans Adam Triebel wird noch in Schmiedefeld geboren. Sebastian Triebel wird 1677 in Goldlauter geboren. Dazwischen muss die Familie umgezogen sein.
1692 Am 13. Mai 1692 Brennt bei einem Großfeuer der Großteil des Ortes ab, darunter auch die Kirche und das Forsthaus. Mehr als 182 Familien wurden als obdachlos registriert. Der Müller Hans David Triebel stellt ein Gesuch um Erlassung des Mühlschweins auf das Jahr 1693 nach dem erlittenen Brand der Mühle.
1700 Es werden 84 zur Mannschaft Gehörige ohne junge Burschen und 65 Feuerstätten gezählt.
1700 Um 1700 beginnt mit Johann Adam Triebel, Leinwebermeister, eine Familienlinie in Schmiedefeld, die weitere Generationen hervorbringt.

18. Jahrhundert

1701 Johann Nikolaus Triebel wird in Schmiedefeld geboren. Folgende Personen sind wahrscheinlich seine Kinder: Anna Christiana (1723-1783) und Johann Adam (1725-1795) bleiben in Schmiedefeld. Anna Christiana stirbt aber in Vesser. Zu Johann Christoph Triebel (*1725) in Schmiedefeld wurde kein Sterbeeintrag in Schmiedefeld oder Vesser gefunden.
1703 Am 7. und 8. Dezember ereignet sich eine Windkatastrophe am Finsterberg, Blauer Stein und Freibäche. 60 Klafter Baumbestand brachen zusammen.
1704 Ca. um 1704 muss Catharina Triebel, jüngste Tochter des Johann Stephan Triebel aus Schmiedefeld geboren, da sie 1724 in Schleusingen heiratet. Ihr Vater könnte Johann Stephan, Sohn des Hans Adam aus Schmiedefeld sein.
1707 Am 2. März 1707 wird ein Dokument unterschrieben was die Steuerzahlungen („entweder Sechs Gülden an Gelde oder ein Mastschwein“) für die im Jahr 1705 erbaute Mahlmühle des Johann Valentin Schneider regelt. Dabei wird festgelegt, dass die bestehende Mahlmühle in Besitz von Hans Triebel durch die neue nicht ruiniert werden darf. „sie bey einem Lehngelde gelassen werden und damit die alte Mühle und das alte Lehnstück, so Hannss Triebel besitze, nicht durch die selbst ruinieret werden den neuen Mühlgang zum alten Müller indes mahl vor anderen zu verpachten“ [44].
1707 Johann Jacob Triebel wird in Schmiedefeld geboren und lebt bis 1775 in Schmiedefeld. Er ist Kirchenältester in Schmiedefeld.
1711 Johann Erhardt Triebel wird in Schmiedefeld geboren, ist Fuhrmann und stirbt 1782 in Schmiedefeld. Er hinterlässt eine große Familie, die bis in die Gegenwart verfolgt werden kann.
1718 Es werden 91 Mannschaften in einem Erbhuldigungsregister erfasst.
1719 Ein Pfarrdorf mit 140 Feuerstellen auf der Höhe des Thüringer Waldes.
1734 Es werden 99 Mannschaften in einem Erbhuldigungsregister erfasst. Davon Stephan Triebel, Wittwer, und die Nachbarn Jacob Triebel, Valentin Triebel und Adam Triebel.
1749 Die Mühle gerät in Brand, die Besitzer waren ruiniert. Der Wiederaufbau der Sägemühle fand erst 1799 am Gersbach statt.
1760 Peter Triebel stirbt in Schmiedefeld. (Kirchenbucheintrag).
1778 Von der Oberaufsicht Schleusingen erforderte gutachterliche Berichterstattung über das von Michael Günther, Ehrhardt Triebel und Adam Stuhl in Schmiedefeld geschehene Gesuch um Erlaubnis zur Anlegung einer Bleicherei.
1790 Es werden 1034 Einwohner erfasst.
1791 Gesuch von Jacob Triebel, Johannes Schmidt u.a. in Schmiedefeld um Erbauung neuer Wohnhäuser.
1796 Gesuch des Inwohners und Schäfthauers Johann Sebastian Triebel in Schmiedefeld um Konzession zur Erbauung eines neuen Wohnhauses auf der Brunnweise an der Schleusinger Straße.

19. Jahrhundert

1810 Es existiert eine Akte über Jacob Triebel u.a. in Schmiedefeld wegen ohne Konzession erbauter Wohnhäuser.
1815 Es werden 1088 Einwohner erfasst. Der Kreis Schleusingen wird preußisch.
1871 Eine Brandkatastrophe erfasst und zerstört den historischen Ortskern. Über vier Jahre lebten fast alle Familien im Ort in äußerst beengten Verhältnissen, die Obdachlosen waren auf die noch stehenden Gebäude am Ortsrand verteilt. Es kam zum Zusammenbruch der hygienischen Verhältnisse, als bis zu 18 Personen in den ortstypischen kleinen Häuschen oder in Schuppen und Scheunen leben mussten. Nach einer ärztlichen Studie grassierte im Ort über fünf Jahre das Nervenfieber und der Hungertyphus, auch als Folge einer Kartoffel-Missernte. Mit Erlaubnis der Forstbehörde zogen viele als Holzfäller tätige Männer in die umliegenden Wälder und errichteten einfachste Blockhütten, um der Enge zu entkommen.
1850 In der Erhebung der Klassensteuer werden alle Namen und Berufe der Einwohner aufgeführt. In der Liste kommt der Name Triebel 13-mal vor. Zusammengestellt wurde die Liste vom Schultheißen Triebel und den Schöppen Adam Krämer, Daniel Lindenlaub, Christian Engelhardt sowie Friedrich Schneider.
1860 Adam Triebel ist nach August Kühn, der das Amt 1850 übernommen hatte, Schultheiß von Schmiedefeld.

Kirchenbücher Schmiedefeld und Vesser

Überblick

Für Schmiedefeld und Vesser existieren Kirchenbuchaufzeichnungen ab 1760, denn erst im Jahre 1758 erhalten die Gemeinden unter dem Pfarrer Wilhelm Fritz nach jahrelangem Kampf eine eigene Pfarrei. Er zog dort am 1. Januar 1759 ein. Zuvor waren die Gemeinden in Frauenwald eingepfarrt. Ein Brand in der Nacht vom 7. zum 8. August 1778 vernichtete die Schule und das Pfarrhaus in Frauenwald mit allen Kirchenbüchern. Von der Reformation bis 1759 hatten 16 Pfarrer von Schmiedefeld und Vesser Ihren Amtssitz in Frauenwald, seit dieser Zeit bis ca. 1931 waren es wiederum 16 Pfarrer mit Amtssitz in Schmiedefeld a. R.. Die zuständigen Pfarrer in der Zeit von 1555 bis zu Wilhelm Fritz (+1772) sind im Kirchenbuch von 1760 verzeichnet.

Deckblatt des ersten Kirchenbuches (Quelle: Landeskirchenarchiv Magdeburg)

Dokumente

  • Kirchenbuch Schmiedefeld / Vesser 1760 – 1800
  • Kirchenbuch Schmiedefeld / Vesser 1801 – 1823
  • Kirchenbuch Schmiedefeld / Vesser 1823 – 1843
  • Kirchenbuch Schmiedefeld / Vesser 1843 – 1863

Zustand & Besonderheiten

Das erste Kirchenbuch ab 1760 ist in einem sehr schlechten Zustand. Die Seiten wurden sehr dicht, mit unsauberer Handschrift und nahezu ohne Rand beschrieben. Die Ränder sind „abgenagt“ was die Aufzeichnungen dort oft unlesbar macht. Alle Kirchenbücher enthalten alphabetische Namensverzeichnisse. Für die Schmiedefelder Erlöserkirche wurde von 1790 – 1919 ein Stuhlverzeichnis geführt.

Zugriff

Die Kirchenbücher sind als Mikrofilme im Landeskirchenarchiv Magdeburg einsehbar. Auf der Webseite ist eine Liste der Kirchenbücher verlinkt, die gelegentlich aktualisiert wird. Genauere Meta-Informationen sowie große Teile der Register und Verzeichnisse liegen mir vor. Schreibt mich bei Bedarf an.