Chronik Henneberg

Für die Region Henneberg konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

Bis zum 14. Jahrhundert

1096 Gründung der Grafschaft Henneberg durch den Grafen von Henneberg, die in mehreren Linien regierten. Die Henneberger stammten vom Bamberger Geschlecht der Popponen ab.
1131 Gründung des Klosters Veßra, das geistliche Zentrum und Grablege für fast alle Generationen.
1274 Hennebergische Hauptteilung in die Linien:
Henneberg-Schleusingen (bis 1583)
– Henneberg-Aschach-Römhild (bis 1549)
– Henneberg-Hartenberg (bis 1379)
Die bedeutendste Linie war Henneberg-Schleusingen mit Sitz auf Schloss Bertholdsburg.
1310 Berthold VII. von Henneberg-Schleusingen wurde in den Fürstenstand erhoben. Henneberg wurde nun als reichsunmittelbare (direkt dem Kaiser unterstellt) und gefürstete Grafschaft regiert.
1353 Ein bedeutender Teil der Grafschaft um Coburg geht an das Haus Wettin als Mitgift Katharinas von Henneberg (+1397) bei der Hochzeit mit Friedrich dem Strengen.
1485 Ernst und Albrecht von Sachsen aus dem Hause Wettin regieren Sachsen zunächst gemeinsam und teilen dann ihre Länder (Leipziger Teilung). Albrecht und seine Nachkommen erhielten ein eigenes Territorium mit Dresden als Zentrum, das sie von nun an als Herzöge von Sachsen regierten.

16. Jahrhundert

1592 Hennberg Karte
Karte von Henneberg 1592 (Quelle: Deutsche Fotothek [53])
1514Im Landesarchiv Sachsen-Anhalt beginnen die Aufzeichnungen zum Forschungsgebiet unter der Signatur „A 30b IV Fürstentum Sachsen-Zeitz. Akten zur Grafschaft Henneberg (1514 – 1718)“
1535Im Landesarchiv Sachsen-Anhalt beginnen weitere konkretere Aufzeichnungen unter der Signatur „D 42 Amt Schleusingen (1535 – 1828)“.
1544 Graf Georg Ernst von Henneberg-Schleusingen schloss sich der Reformation an, obwohl sein Vater zunächst weiterhin dem alten Glauben treu blieb. Geldmangel führte zu einer Schuldverschreibung an das wettinische Sachsenhaus, da im katholischen Franken kein Partner gefunden werden konnte.
1554 Am 1. September 1554 wurde im Rathaus zu Kahla die ernestinisch-hennebergische Erbverbrüderung geschlossen.
1582Wegen der gregorianischen Kalenderänderung folgt auf den 05.10.1582 direkt der 14.10.1582.
1583 Aussterben der Henneberger Linie. Nach dem Kahlaer Vertrag mit den Wettinern wurde Henneberg durch die Sachsen übernommen.
– 7/12 gingen an die Ernestiner (u.a. Meiningen, Ilmenau und Wasungen)
– 5/12 gingen an die Albertiner (Schleusingen, Suhl und Kühndorf)
Beide blieben unter gemeinsamer Verwaltung mit Sitz in Meinigen.

17. Jahrhundert

1657 Nach dem Tot des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen (aus dem Hause Wettin, albertinische Linie) am 8.10.1656 werden auf Grundlage seines Testaments am 22.04.1657 in Dresden der „Freundbrüderliche Hauptvergleich“ und 1663 ein weiterer Vergleich geschlossen, in dem drei Territorien und deren Hoheitsrechte abgrenzt werden. An seinen Sohn Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz (* 28. März 1619 in Dresden; † 4. Dezember 1681 in Zeitz) gingen dabei neben anderen Territorien die kursächsischen Erbansprüche von 5/12 der Grafschaft Henneberg und bilden zusammen das Herzogtum Sachsen-Zeitz. Er bemühte sich in seiner Regierungszeit die nach dem Dreißigjährigen Krieg zerstörten Ländereien wieder aufzubauen.
1660 Die Grafschaft Henneberg wurde im Rahmen des Weimarer Vertrags (Sächsischer Teilungsvertrag) aufgelöst, weil sich Ernestiner und Albertiner nicht über die Erbschaft einigen konnten. Es entstanden:
– Fürstentum Sachsen-Zeitz (Schleusingen, Suhl, Kühndorf mit Benshausen).
– Herzogtum Sachsen-Weimar (Ilmenau und Kaltennordheim)
– Herzogtum Sachsen-Altenburg (Meiningen, Maßfeld, Themar, Kellerei Behrungen, Hof zu Milz, Kammergut Henneberg)
– Herzogtum Sachsen-Gotha (Frauenbreitungen, Sand und Wasungen)
Im Zuge dieser Teilungen wird auch der Ort Stützerbach aufgeteilt.
1672Die beiden letzteren Herzogtümer wurden zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg vereinigt.
1681 Der erst 17-jährige Moritz Wilhelm (* 12. März 1664 in Zeitz; † 15. November 1718 in Weida) trat nach dem Tod seines Vaters am 4. Dezember 1681 seine Herrschaft nur teilweise und nur formell an. Sachsen-Zeitz verblieb bis 1685 unter der Vormundschaftsregierung des sächsischen Kurfürsten Johann Georg III. (Hauptlinie der Wettiner).
1685Der Einfluss Kursachsens blieb sehr groß und verschiedene Versuche eine größere Unabhängigkeit zu erlangen blieben erfolglos. Die praktische Verwaltung des Herzogtums erfolgte durch den sog. geheimen Rat.

18. Jahrhundert

1711 Henneberg Karte
Karte von Henneberg ab 1711 (Quelle: Deutsche Fotothek [50])
1718 Mit dem Tod von Moritz Wilhelm geht Sachsen-Zeitz und damit auch die Ämter Schleusingen und Suhl wieder an die Albertinische Hauptlinie zurück, da die verbliebenen Erbprinzen in einem geistlichen Stand eingetreten waren.
1733Friedrich August der I. („August der Starke„) aus der Albertinischen Hauptlinie stirbt in Warschau. Für seinen Nachfolger wird ein Erbhuldigungsregister des Herzogtums Sachsen-Zeitz erstellt.
1815 Mit der Neuordnung Europas nach den Niederlage Napoleon Bonapartes durch den Wiener Kongress gingen die Ämter Schleusingen und Suhl 1815 an Preußen und bildeten dort den Kreis Schleusingen in der Provinz Sachsen.

Chronik Suhl

Für Suhl konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

16. Jahrhundert

1487Die St. Marienkirche (Hauptkirche) wird von 1487 – 1491 erbaut.
1497Friedrich Triebel tauscht seinen Hammer in der Vesser gegen den Lauterhammer (bei Suhl) ein [60,61]
1505Erwähnung desselben Friedrich Triebel im Schlauchgarten und seiner Söhne Oswalt, Werner und Jacob Triebel im Einwohnerverzeichnis Suhl [38].
1525Es werden in den Einwohnerverzeichnissen von 1525 und 1528 dieselben Triebel erwähnt und zusätzlich ein Jörg Triebel [38].
1527Suhl erhält das Stadtrecht und eine eigene selbständige Pfarrei.
1531Jörg Triebel wird mit einem Vermögen von 800 Gulden beim Eisenhammer Schlauchgarten außerhalb von Suhl geführt [39].
1535Nürnberger Büchsenschmiede siedeln sich in Suhl an.
1549Im Amtserbbuch ist unter dem Namen Jörg Triebel Erbzins für 75 Acker Rechwiesen und einen See verzeichnet, womit er auch zugleich den mit Abstand größten Landbesitz hat. Er ist Schöffe am Suhler Berggericht [39].
1553Jörg Triebel bringt es auf ein zu versteuerndes Vermögen von 1.800 Gulden im Schlauchgarten und zusätzlich 705 Gulden in der Stadt. Er ist damit der reichste Mann in Suhl [39].
Das Gesamtvermögen der Hämmer (Lauwetter, Steinau, Hoffnung, Schlauchgarten, An der Straße, In der Lauter und “in der Goldlauter”) beträgt 7.681 Gulden, davon waren 4.097 Gulden (53,3%) in Besitz von insgesamt 14 Triebel-Familien (mit durchschnittlich 412 Gulden Besitz!) [39].
1557Es wird eine Grube in Goldlauter stillgelegt (“Gewerckschafft Welche bey der wieder aufgenommenen Silber- und Kupferzeche, Weiße Lilien und St. Jacob unweit Goldlauter und bey der KupferZeche Margaretha an der Hofleithe bey Suhla bauet, als:”). Die bisherigen Kruxinhaber müssen sich entscheiden, ob sie ihre Anteile aufgeben oder sich ihre Anteile auf die neue Grube St. Jacob umlegen lassen [39].
56 Kruxanteile werden aufgegeben – darunter 6 von Jörg Triebels Erben.
68 Kruxanteile werden umgelegt – darunter 2 von Jörg Triebels Erben.
1574Im zweiten Band der Suhler Chronik Kapitel XXXIII wird der Vertrag zwischen dem Amt Schwarzwald und etlichen sächsischen, hennebergischen und gleichen Flecken, die Brücke und den Weg über den Wald und den Weghalter zu Oberhof beschrieben. Für die Vertragserneuerung wurde unterschiedlichste Vertreter der betroffenen Gemeinden eingebunden. So auch die Ratsmitglieder von Suhl Stephan Triebel und Valentin Mendes [35].
1580Im neunten Kapitel des zweiten Buches der Suhler Chronik werden die Auswirkungen der Reformation beschrieben. In diesem Zusammenhang wird die lateinische Schule beschrieben, deren eifrige Entwicklung sie den Lehrern Nicolaus Funk, M. Heinrich Triebel und Johann Wendel (dem späteren Direktor) zu verdanken hatte. Ein Schüler in dieser Zeit war der Philologe Wolfgang Seber, geb. 04.08.1573 in Suhl [35].
1583Das Amt Suhl geht von der Grafschaft Hennberg in die gemeinsame wettinische Verwaltung mit Regierungssitz in Meiningen über.
1588An den Suhler Eisenhämmern leben 94 „Mannschaften“ (ähnlich Familien) [39].
1590Es beginnen die Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern der St. Marien Kirche, die bis heute überliefert sind.
1595Im dritten Kapitel des dritten Buches der Suhler Chronik werden die Wirtschafszweige („Hauptnahrungszweige“) im Zeitraum 1584-1643 behandelt. Es dominieren das Eisen- und Waffenhandwerk. Die hohe Blüte der Stadt zeigt sich u.a. in einem hohem Bildungsanspruch, die durch eine lateinische Schule zum Ausdruck kommt. Die Schule wurde auch von Handwerkerkindern besucht, was zu dieser Zeit besonders war. Der Direktor der Schule veranstaltete am 25.02.1595 die Aufführung der Komödie „Andria oder das Mädchen von Andros“ von Terenz in lateinischer Sprache, was für einen hohen Bildungsstand der Suhler Bevölkerung steht. Dabei spielte Phillip Triebel die Rolle der „Lesbia“ und Georg Triebel die Rolle des „Davus“. Daraus kann geschlossen werden, dass es sich um Söhne wohlhabender Familien handeln musste [35].
1599Im fünften Kapitel des zweiten Buches der Suhler Chronik wird die Erhebung zur Stadt und Sitz des Amtsbezirkes beschrieben. Neben Suhl gab es die eigenen Verwaltungsbezirke Suhler-Neundorf und Obersuhla, die jedoch kirchlich verbunden waren. Obersuhla umfasst den Schlauchgarten, die Steinau, Lauter und Hoffnung, die einen eigenen Schultheißen hatten. Er wurde „Praetor Schlauchgartianus“ oder der Bürgermeister auf den Hämmern genannt. Ältester bekannter Amtsträger war Veit Triebel. Erst im Jahr 1703 wurde Obersuhla eingemeindet [35].

17. Jahrhundert

1606Es werden folgende Triebels im Suhler Einwohnerverzeichnis erwähnt: M. Henrich Triebels Wwe., Jakob Triebel, Georg Triebel, Valten Triebels Wwe., Mathes Triebell, Hans Triebell, Steffan Triebell, Andreß Triebell, Caspar Driebell, Hammerschmied und Paul Triebell [unsichere Quelle].
1614In der Nähe von Suhl werden die folgenden Eisenhämmer mit den genannten Besitzerfamilien betrieben [42]:
·         „Niederhammer“: Keiner, Triebel, Sebert, Klett
·         „Laubetterhammer“: Heidenbluth, Klett
·         „Schlauchgartenhammer“ (seit 1437): Triebel
·         „andere Schlauchgartenhammer“: May Steuerwald
·         „Steine-Hammer“: Commer, Störer, Schlott und Triebel
·        „Lauter-Hammer: Klett und Triebel
1618Im vierten Kapitel des dritten Buches der Suhler Chronik werden kirchliche, sittliche und Rechtsverhältnisse in Suhl behandelt. Dabei wird ein Brudermord dokumentiert. Am 22.08.1618 erschlug der Eisenschmied und Ehemann Heinrich Triebel seinen auch verheirateten Bruder Johannes Triebel vor dem väterlichen Hause in der Steinau. Es ist kein Motiv bekannt. Heinrich ist darauf hin geflohen und wurde auch nicht gefasst. Die erfolgreiche Flucht ist nicht verwunderlich, da die Verfolgung an den Grenzen des Gerichtsbezirkes endete. Es war sogar üblich Verbrecher mit Landesverweisung zu bestrafen.
1620Es besteht eine Kirchenbuchlücke vom 1.1.1620 bis 31.10.1634. Das zweite Kirchenbuch ist während der Verwüstung der Stadt durch die Kroaten am 14./15.Oktober 1634 abhandengekommen.
1621Veronica Triebel, Thomas Triebels Tochter, heiratet am 21.10. in Schleusingen Hans Sperer, Claus Sperers Sohn.
1634Im zweiten Band der Suhler Chronik Kapitel XLI wird das verheerte, zerstörte und eingeäscherte Suhl in Folge der wütenden Kroaten beschrieben. Dabei wurden Leichenfunde dokumentiert. Eintrag 41 beschreibt den „alten Pacht-Beck von neunzig Jahr Andreas Triebel mit Namen, Sebastian Klett der Alt auch gar Sanft seinem Sohn beisammen graulich zerhauen lagen Tod.“ Weiterhin wurden die Personen dokumentiert, die in der Kriegsnot verstorben und nie wiedergefunden wurden: Andreas Triebel, Bachbeck, Thomas Triebel im Schlauchgarten und Hans Michael Triebels Sohn [35].
1646Bei der von der Kirche angeordneten Volkszählung nach dem 30 jährigen Krieg wurden 22 Familien mit ca. 100 Personen mit dem Namen Triebel dokumentiert die in den vier Vierteln der Stadt selbst und den umliegenden Orten Schlauchgarten, Neundorf, Heinrichs, Albrechts und Goldlauter [1].
·         Im 1. Viertel eine Familie (Jacob Triebel, Schlosser)
·         Im 2. Viertel zwei Familien (Abraham, Fuhrmann und Johann, Bläser)
·         Im 3. Viertel fünf Familien (2 Hammermeister, Pachtbäcker, Schlossergeselle und Köhler)
·        Im 4. Viertel fünf Familien (3 Hammermeister und -schmiede, 2 Schubkärner)
·        Außerhalb neuen Familien (3 Hammerschmiede, 5 Witwen/er, 1 Fuhrmann)
Außerdem lebten elf Mägde, Lehrjungen und ledige Triebels bei anderen Familien.
1660Suhl wird nach dem sächsischen Teilungsvertrag albertinisch und fiel als Sitz des Amtes Suhl an das Herzogtum Sachsen-Zeitz.
1662Im achten Kapitel des vierten Buches der Suhler Chronik werden die Hexenprozesse beschrieben. Unter den Opfern war am 17.10.1662 Anna Triebel (geb. Krämer, Witwe des Lorenz Triebel, Laurentius genannt „Thummel“) zusammen mit zwei Schwestern. Sie wurde erst auf dem Richtplatz enthauptet und dann auf dem Holzstoße verbrannt [35, 62].
1666Ebenfalls im Rahmen der Hexenprozesse wurde folgendes erwähnt: Am 3.10.1666 starb auf dem lodernden Holzstoße den Feuertod Osanna Triebel, Georg Triebels im Schlauchgarten nachgelassene Witwe welche eingestanden hatte, dass sie 14 Jahre lang Zauberei getrieben hatte [35, 62].
1675Noch einmal im Rahmen der Hexenprozesse wurde erwähnt: Am 21.11.1675 starb Barbara Triebel, die Ehefrau des Johann Triebel Fuhrmann im Schlauchgarten eines natürlichen Todes. Sie stand allgemein unter dem Verdacht eine Hexe zu sein, der gemäßigte Amtmann Stauffenpuhl hielt es jedoch nicht für nötig einen Hexenprozess einzuleiten [35].
Suhl mit Domberg um 1700

18. Jahrhundert

1731Die Kreuzkirche wird von 1731 – 1739 für den westlichen Teil der Stadt gebaut. Sie befand sich damals am westlichen Stadtrand zwischen zwei Stadttoren. Daher wurde beim Kopfbau der Kirchturm mit dem repräsentativen Eingangsportal auf der Ostseite zum Stadtzentrum orientiert. Ab 1706 wurden bereits eigene Kirchenbuchaufzeichnungen geführt.
1753Im vierten Kapitel des fünften Buches der Suhler Chronik wird der große Brand am 01.05.1753 beschrieben. Die zugezogene Prophetin Anna Dorothea Triebel, soll diesen Brand vorhergesagt haben [35]. Eine genauere Recherche zu dieser Person ergab, dass es sich wahrscheinlich um eine Anna Margaretha Triebel gehandelt haben muss, die im selben Jahr mit 46 Jahren in das Armenhaus Waldheim eingeliefert wurde. Sie starb 2.01.1760 im Armenhaus mit 52 Jahren. Weitere Recherchen kamen zu dem Ergebnis, dass es sich wahrscheinlich um die Tochter von Jacobi Triebel, Schneider, und Anna Margreta Johannis Klett handelte [14].
1771Im siebten Kapitel des fünften Buches der Suhler Chronik wir die große Teuerung 1771 – 1772 und Ihre Folgen beschrieben. Dabei wird eine Spendenliste für das Armenpflegewesen referenziert, die seit dem Anfang des 30 Jährigen Krieges geführt wurde. Sie enthält einen Eintrag für Barbara Triebel, Valentin Triebels, Hammerschmieds Tochter auf dem Niederhammer. Sie spendet 20 Gulden [35].

19. Jahrhundert

1812Im neunten Kapitel des fünften Buches der Suhler Chronik werden Begebenheiten in den Jahren 1800-1812. Dabei wird dokumentiert, dass als Teil des Russlandfeldzuges die in Suhl geborenen Soldaten Kaspar Triebel und Johann Triebel starben [35].
1846Im Verzeichnis der Subseribenten (vermutlich an der Erstellung des Werkes beteiligt) werden die folgenden Personen mit dem Namen Triebel gelistet:
·         Caspar Friedrich, Bajonettschmiedemeister in Suhl
·         Georg, Schäftermeister
·         Georg Friedrich, desgl.
·         Georg Julius, desgl.
·         Gottlieb, Büchsenmachermeister
·         Johann Friedrich, desgl.
·         Nicolaus sen., desgl.
·         Nicolaus jun., Bajonettschmied
·        Stephan, Königlicher Gewehrrevisor

Chronik Vesser

Für Vesser konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

15. Jahrhundert

900 Vesser „Uezzerun“ (Vezzerun) wird erstmalig in einer Urkunde erwähnt als Ort, an dem Eisen geschmolzen und geschmiedet wurde. Der Hüttenort (ubi ferrum conflatur) wird in einer Schenkungsurkunde des Grafen Adalbrecht an Fulda erwähnt und verdankt seine Entstehung ebenso wie Schmiedefeld a. R. dem Vorkommen von Eisenerzen im Vessertal.
1406 Die Entwicklung des Dorfes begann im frühen 15. Jahrhundert mit der Errichtung eines Hammerwerks zur Eisenverarbeitung, das bis ins 19. Jahrhundert an der unteren Hammerwiese betrieben wurde. Der „Hammer in der Vesser“ wird am 2.5.1406 erstmals urkundlich genannt. Er ist damit als ältester Eisenhammer des Schleusegebietes anzusehen, selbst der erste Eisenhammer in Suhl wird erst 1437 genannt. Der Hammer wird bis 1748 im späteren unteren Forsthaus betrieben.
1468Die Gebrüder Triebel sind die ältesten nachweisbaren Besitzer des Vesserer Hammers. Sei werden in einem Steuerregister als Betreiber des Hammerwerkes genannt.
1497Die Brüder Paul und Heinz Triebel betreiben den Hammer in Vesser, dessen Betrieb gemindert oder eingestellt werden soll, um den brachliegenden Lauter-Hammer wieder in Betrieb zu nehmen [60]. Details zu diesem Vorgang befinden sich in der Deutung von Werner Schwarz.

16. Jahrhundert

1514 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthalten keine Einträge für Vesser.
1535Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthalten keine Einträge für Vesser.
1569 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält vier Besteuerte mit einem Vermögen von 320 fl. Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich dabei um Triebels handelte.
1570Anton, Klaus und Georg Triebel (Nachfahren der Brüder Paul und Heiz) betreiben den Hammer in der Vesser [61].
1572 Vesser hat 14 Einwohner.
1573 In einem „Verzeichnis der Wehren und Waffen“ werden 3 männliche Personen namentlich geführt, von denen 2 über Büchsen und einer über ein Federspieß verfügte. Alle trugen den Namen Triebel.
1585 In Vesser leben 5 Mannschaften, die ca. 23 Personen beinhalteten.
1588 Nachweisbare Besitzer des Vesserer Hammers waren ‘die Driebeln in der Vesser’, die 1588 fünf Gulden Erbzins dafür bezahlen mussten, aber nicht mehr Eisen herstellten ‘dann verarbeitet wird zu Waffen und Spießen’ .
1588 Margaretha Triebel aus Vesser heiratet in Schleusingen Valden Klauer, es sind im Heiratseintrag des Kirchenbuches leider keine weiteren Informationen über die Familie von Margaretha angegeben.
1588Im Musterungsregister werden Hans, Heinz und Elias Triebel, als „Schusen“ sowie Hans Triebel des Hans und Junghans Triebel, beide mit Federspießen geführt [55].
1595 Die Kirchenglocke ist zersprungen und wird in Erfurt umgegossen und „8 Ztr. 65 Pfund neue Speise“ wurde dazugekauft. Sie kostete 260 fl, 14 Groschen und 3 Pfennig.

17. Jahrhundert

1601 Der sich ausweitende Bergbau sorgt für Aufschwung in Vesser. Es erfolgten weitere Ansiedlungen von Handwerken.
1606 In Vesser leben vier Mannschaften, die ca. 19 Personen beinhalteten. Im Jahr 1611 sind es genauso viele.
1625Im Musterregister wird Hans Triebel in der Veßer, Musketier, neben einem Söldner geführt [56].
1631 In Vesser leben sieben Mannschaften in sieben Häusern.
1641 Am 21.02.1641 heiratet Ursula Triebel, Tochter des Johann Triebel aus Vesser, Johann Drott Sensenschmied aus Schleusingen. Die Hochzeit ist im Kirchenbuch Schleusingen verzeichnet mit den Hinweis „Anderswo copulirt“.
1647 Bei der von der Kirche angeordneten Volkszählung nach dem 30-jährigen Krieg wurden in Vesser 3 Familien mit dem Namen Triebel verzeichnet, die mit höchster Wahrscheinlichkeit verwandt sind. Johann Triebel ist Schultheiß von Vesser. Vesser und Stützerbach waren die einzigen beiden Orte, die vom dreißigjährigen Krieg verschont blieben. Vesser wahrscheinlich insbesondere aufgrund der Unwegsamkeit und der versteckten Lage.
1658 Vesser hat sieben Mannschaften in sieben Häusern. Neben dem Eisenhammer existiert auch eine Schneidmühle.
1663 Am 23.01.1663 werden die Schultheißin Magdalene Triebel von Vesser, Elisabeth Pfeiffer und Ursula Keßler aus Schmiedefeld enthauptet und verbrannt. Magdalena Triebel und anderen hatten sich als Gespielin bei Hexentänzen der Anna Borchert bezeichnet.
1688 Die Mittagsglocke zerspringt am 28. Juni und wird durch den Glockengießer Nicolaus Rausch umgegossen, die abermals zersprang.
1690 Die Kirchenglocke zerspringt beim 18. Mai beim Gebetsschlagen und wurde 1697 erneut umgegossen und sprang wieder. 1711 wird sie vom Glockengießer Joh. Melchior Dork zu Koburg umgegossen.
1691 Bau einer Mahl- und Ölmühle durch Hans Adam Triebel [2].
1696 Bau einer Schneidemühle durch Valentin und Hans Adam Triebel [4].
1700 Bau eines Zainhammers durch Valentin Triebel [5].

18. Jahrhundert

1710 Bau der (neuen) Kirche in Vesser analog zu der in Schmiedefeld. Der Kanzelaltar trägt die Figuren der Maria und des Johannes. Der Taufstein mit einem aus Messing getriebenen Taufbecken hat die Zeichen: „1711 D. K. S.“. Die Taufkante ist von einem P. S. 1715 gestiftet. In Vesser leben 21 Familien davon 12 mit dem Namen Triebel.
1716 Als Hans Michael Jäger das Gesuch stellt eine Ölmühle in Schmiedefeld zu erbauen, erhob die Witwe Ursula Triebel aus der Triebel-Mahlmüller-Linie in Vesser – trotz ihres Vermögens von 2.000 Gulden – Einspruch. Seit Ableben ihres Mannes vor 9 Jahren, war kein Öl in der Vesserer Mühle geschlagen und verkauft worden.
1717Valentin Triebel stellt den Antrag den Schmiedehammer auf die heutige Hammerwiese zu verlegen [57].
1718 Es werden 13 Mannschaften in einem Erbhuldigungsregister erfasst. Vesser hat 19 Feuerstellen. Die eindeutige Nachvollziehbarkeit der Triebel-Schmiede-Linie beginnt mit Adam Triebel und reicht bis in die Gegenwart.
1734 Es werden 32 Mannschaften in einem Erbhuldigungsregister erfasst, davon 8 mit dem Namen Triebel.
1742 Der Eisenhammer ist von Familie Triebel in den Besitz von Georg Keiner, Johann Michael Greiffelt und Johann Heinrich Klett übergegangen. Sie beantragen gemeinsam eine Konzession ihn an den Ort der Schneidemühle zu verlegen. Der letzte Pächter war Johann Friedrich Triebel [58].
1748 Der Eisenhammer wird wegen der hohen Lärmbelästigung zu einem Forsthaus umfunktioniert und auf die heutige Hammerwiese verlegt. Dort wird er bis 1854 betrieben.
1754 Es wird ein eigenes Steuermatrikel für Vesser begonnen und bis 1824 geführt.
1758 Vesser hat 19 Häuser und 30 Haushaltungen. Schmiedefeld und Vesser erhalten eine eigene Pfarrei. Nach verschiedenen Anfragen und Ablehnungen wurden Ende Juli 1758 die Bewohner Schmiedefelds und Vessers nach Schleusingen geladen um Ihr Anliegen eine eigene Kirche zu haben zu verteidigen. Anwesend waren aus Vesser der Schultheiß Johann Adam Triebel, der Dorfmeister Christoff Widder und der Kirchenälteste Hans Georg Triebel. Am 20.11.1758 wurde die Genehmigung von der Dresdener Kirchenbehörde erteilt. August Ab 1760 sind Kirchenbücher überliefert.
1783 Der Schultheiß Triebel bescheinigt Johann Adam Schmidt aus Vesser, der Schulmeister im Schmiedefeld werden wollte, „Fleiß, Treue und Sorgfalt“. Trotzdem ist er nicht Schulmeister geworden.
1789 Im Steuermatrikel ist „Ein gantzer Eisenhammer mit seinem Zugehör“ verzeichnet, der Johann Daniel Keiner zugeschrieben wird. Die Keiner-Familie war 1789 auch im Besitz des Eisenhammers Schleusingen (Friedrichswerk) und in Hinternah. Bei dem gemeinsamen Gesuch der Hammerbesitzer zu Schmiedefeld und Vesser im Jahr 1804 ist auch kein Triebel mehr vertreten, sondern ein Georg Daniel Keiner, ggf. ein Sohn von Johann Daniel Keiner.
1790 Vesser hat 22 Häuser und 94 Einwohner.

19. Jahrhundert

1808 Georg Daniel Keiner verkauft am 25. Mai den Eisenhammer an die Suhler Einwohner Georg Gotling und Georg Daniel Schilling.
1813 Im Mai kauft Georg Daniel Schilling auch den Zainhammer.
1827 In Vesser sind zwei Hämmer verzeichnet: „Der Schillingsche Eisen- und Zainhammer und der Stahlhammer im Vesserer Grund“.
1833 Unterhalb des Dorfes Vesser befinden sich ein Eisenhammer, ein Schmelzofen und ein Zainhammer, in dem nicht glattgeschmiedetes Eisen zu Nägeln oder Draht verarbeitet wurde.
1836 Vesser hat 189 Einwohner, 21 Wohnhäuser, 1 Unterförsterei und 1 Gasthof. Auch gehört zum Dorfe 1 Mahl-, 1 Schneide-, 1 Oelmühle und ein ¼ Stunde unter dem Dorfe liegender Eisenhammer.
1840 Vesser hat 235 Einwohner.
1841 Es wird eine Ölmühle erwähnt.
1850 Erst 1850 kam der Hammer in der Vesser zum Stilstand. 1854 wurden aus dem Hammer Schmiedezangen, Brecheisen und Feuerhaken gestohlen (Henneberger Kreisblatt 1854).
1854 Der Betrieb des Hammerwerkes zur Eisenverarbeitung an der unteren Hammerwiese wird eingestellt. Der als „Stahlhammer in der Vesser“ bezeichnete Eisenhammer gehört zur Konkursmasse des Herrn Kommerzienrates Höhn aus Ilmenau.
1855 Der Ort ist auf 180 Einwohner in 22 Häusern mit eigener Kirche, Schule, Gaststätte sowie Mahl- und Schneidmühle angewachsen.
1856 Im Ort wird eine Mahl- und Schneidemühle erwähnt.

Chronik Schmiedefeld

Für Schmiedefeld konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

15. Jahrhundert

1406 Der Ort wird erstmals urkundlich „uf dem Smidfeldt“ erwähnt.

16. Jahrhundert

1514 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthalten keine Einträge für Schmiedefeld.
1528 In der über 40 Jahre andauernden Auseinandersetzung um die „Harzwälder“ um den Finsterberg (ca. 1490 –1530) wurde Paul Triebel als Zeuge angehört, um eine klare Abgrenzung zwischen den Sächsischen und Hennebergischen Ländereien auszuloten.
1535 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält 11 Besteuerte mit einem Vermögen von 841 fl.
1569 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält 21 Besteuerte mit einem Vermögen von 2135 fl.
1573 In einem „Verzeichnis der Wehren und Waffen“ werden 30 männliche Personen namentlich geführt, von denen 16 über Büchsen und 14 über Federspieße verfügten. Einer davon trug den Namen Triebel.
1585 Zur Erbhuldigung erscheinen 37 Mannschaften, daraus können ca. 174 Einwohner abgeleitet werden.
1588 Zur Erbhuldigung erscheinen 48 Personen aus Schmiedefeld. Im Musterregister [55] wurden 48 Personen verzeichnet. Darunter Großhans Triebell, Jacob Triebel (Wittwer) und Jung Hans Triebel alle mit Federspieß. Unter den Mietlingen Matthäus und Jörg Triebel, beide ebenfalls mit Federspieß.
1600 Zur Erbhuldigung erscheinen 51 Personen aus Schmiedefeld. Die Bevölkerung lag zu dieser Zeit zwischen 175 und 200 Seelen.

17. Jahrhundert

1606 Zur Erbhuldigung erscheinen 43 Personen aus Schmiedefeld, davon 23 mit eigenem Hausbesitz und 20 Mietlinge. Daraus wurden 202 Einwohner abgeleitet.
1611 Zur Erbhuldigung erscheinen 75 Personen aus Schmiedefeld mit einem eigenen Haus, darunter 62 Männer und 13 Witwen. Abwesend waren 9 Männer, sodass von 84 Haushaltungen ausgegangen werden kann. Daraus wurden 348 Einwohner abgeleitet.
1617 Paul Triebel wird in Schmiedefeld geboren und wird bei der Hochzeit seines Sohnes Hans Adam Triebel erwähnt. Er heiratet 1674 in Goldlauter und ist laut diesem Eintrag 1649 in Schmiedefeld geboren. Ein Paul Triebel wird bei der Volkszählung 1647 jedoch nicht erwähnt. Da er bereits um 1617 geboren sein muss, müsste er zwischen 1647 und 1649 (Geburtsjahr des Hans Adam) nach Schmiedefeld gekommen sein.
1625 86 Musterungspflichtige werden verzeichnet. Darunter Hans und Jacob Triebel, Musketiere [56].
1626 Thomas Triebel aus Schmiedefeld stirbt in Schleusingen.
1631 In Schmiedefeld gibt es 70 Häuser und 71 Familien.
1647 Bei der Volkszählung nach dem 30-jährigen Krieg werden eine Witwe Anna Triebel und die Familien Cyriax, Johann und Wolfgang Triebel erfasst. Sie stellen drei von 19 Familien dar, von denen 5 keinen Vater mehr haben.
1649 In Schmiedefeld leben 15 Familien.
1659 In Schmiedefeld leben 51 Familien. 51 Männer und 10 Witwen in 52 Häusern.
1665 Schmiedefeld hat 55 Häuser.
1670 Der Schultheiß Hans Keßler gibt die Einwohnerzahl in einer amtlichen Eingabe mit über 300 Seelen an.
1675 Stephan Triebel, der erste Sohn des Hans Adam Triebel wird noch in Schmiedefeld geboren. Sebastian Triebel wird 1677 in Goldlauter geboren. Dazwischen muss die Familie umgezogen sein.
1692 Am 13. Mai 1692 Brennt bei einem Großfeuer der Großteil des Ortes ab, darunter auch die Kirche und das Forsthaus. Mehr als 182 Familien wurden als obdachlos registriert. Der Müller Hans David Triebel stellt ein Gesuch um Erlassung des Mühlschweins auf das Jahr 1693 nach dem erlittenen Brand der Mühle.
1700 Es werden 84 zur Mannschaft Gehörige ohne junge Burschen und 65 Feuerstätten gezählt.
1700 Um 1700 beginnt mit Johann Adam Triebel, Leinwebermeister, eine Familienlinie in Schmiedefeld, die weitere Generationen hervorbringt.

18. Jahrhundert

1701 Johann Nikolaus Triebel wird in Schmiedefeld geboren. Folgende Personen sind wahrscheinlich seine Kinder: Anna Christiana (1723-1783) und Johann Adam (1725-1795) bleiben in Schmiedefeld. Anna Christiana stirbt aber in Vesser. Zu Johann Christoph Triebel (*1725) in Schmiedefeld wurde kein Sterbeeintrag in Schmiedefeld oder Vesser gefunden.
1703 Am 7. und 8. Dezember ereignet sich eine Windkatastrophe am Finsterberg, Blauer Stein und Freibäche. 60 Klafter Baumbestand brachen zusammen.
1704 Ca. um 1704 muss Catharina Triebel, jüngste Tochter des Johann Stephan Triebel aus Schmiedefeld geboren, da sie 1724 in Schleusingen heiratet. Ihr Vater könnte Johann Stephan, Sohn des Hans Adam aus Schmiedefeld sein.
1707 Am 2. März 1707 wird ein Dokument unterschrieben was die Steuerzahlungen („entweder Sechs Gülden an Gelde oder ein Mastschwein“) für die im Jahr 1705 erbaute Mahlmühle des Johann Valentin Schneider regelt. Dabei wird festgelegt, dass die bestehende Mahlmühle in Besitz von Hans Triebel durch die neue nicht ruiniert werden darf. „sie bey einem Lehngelde gelassen werden und damit die alte Mühle und das alte Lehnstück, so Hannss Triebel besitze, nicht durch die selbst ruinieret werden den neuen Mühlgang zum alten Müller indes mahl vor anderen zu verpachten“ [44].
1707 Johann Jacob Triebel wird in Schmiedefeld geboren und lebt bis 1775 in Schmiedefeld. Er ist Kirchenältester in Schmiedefeld.
1711 Johann Erhardt Triebel wird in Schmiedefeld geboren, ist Fuhrmann und stirbt 1782 in Schmiedefeld. Er hinterlässt eine große Familie, die bis in die Gegenwart verfolgt werden kann.
1718 Es werden 91 Mannschaften in einem Erbhuldigungsregister erfasst.
1719 Ein Pfarrdorf mit 140 Feuerstellen auf der Höhe des Thüringer Waldes.
1734 Es werden 99 Mannschaften in einem Erbhuldigungsregister erfasst. Davon Stephan Triebel, Wittwer, und die Nachbarn Jacob Triebel, Valentin Triebel und Adam Triebel.
1749 Die Mühle gerät in Brand, die Besitzer waren ruiniert. Der Wiederaufbau der Sägemühle fand erst 1799 am Gersbach statt.
1760 Peter Triebel stirbt in Schmiedefeld. (Kirchenbucheintrag).
1778 Von der Oberaufsicht Schleusingen erforderte gutachterliche Berichterstattung über das von Michael Günther, Ehrhardt Triebel und Adam Stuhl in Schmiedefeld geschehene Gesuch um Erlaubnis zur Anlegung einer Bleicherei.
1790 Es werden 1034 Einwohner erfasst.
1791 Gesuch von Jacob Triebel, Johannes Schmidt u.a. in Schmiedefeld um Erbauung neuer Wohnhäuser.
1796 Gesuch des Inwohners und Schäfthauers Johann Sebastian Triebel in Schmiedefeld um Konzession zur Erbauung eines neuen Wohnhauses auf der Brunnweise an der Schleusinger Straße.

19. Jahrhundert

1810 Es existiert eine Akte über Jacob Triebel u.a. in Schmiedefeld wegen ohne Konzession erbauter Wohnhäuser.
1815 Es werden 1088 Einwohner erfasst. Der Kreis Schleusingen wird preußisch.
1871 Eine Brandkatastrophe erfasst und zerstört den historischen Ortskern. Über vier Jahre lebten fast alle Familien im Ort in äußerst beengten Verhältnissen, die Obdachlosen waren auf die noch stehenden Gebäude am Ortsrand verteilt. Es kam zum Zusammenbruch der hygienischen Verhältnisse, als bis zu 18 Personen in den ortstypischen kleinen Häuschen oder in Schuppen und Scheunen leben mussten. Nach einer ärztlichen Studie grassierte im Ort über fünf Jahre das Nervenfieber und der Hungertyphus, auch als Folge einer Kartoffel-Missernte. Mit Erlaubnis der Forstbehörde zogen viele als Holzfäller tätige Männer in die umliegenden Wälder und errichteten einfachste Blockhütten, um der Enge zu entkommen.
1850 In der Erhebung der Klassensteuer werden alle Namen und Berufe der Einwohner aufgeführt. In der Liste kommt der Name Triebel 13-mal vor. Zusammengestellt wurde die Liste vom Schultheißen Triebel und den Schöppen Adam Krämer, Daniel Lindenlaub, Christian Engelhardt sowie Friedrich Schneider.
1860 Adam Triebel ist nach August Kühn, der das Amt 1850 übernommen hatte, Schultheiß von Schmiedefeld.

Chronik Goldlauter

Für Goldlauter konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

Bis zum 17. Jahrhundert

1574 Steffen Triebel heiratet in Schleusingen.
1588 Die Steuerregister des Amtes Suhl enthalten 49 Besteuerte („Mannschaften“) mit einem Vermögen von 2135 fl.
1600 Es beginnen die Kirchenbuchaufzeichnungen mit Tauf-, Trau- und Sterberegister.
1619 Aus dem Amt Suhl waren mindestens 106 Frauen und Männer von Hexenverfolgung betroffen. Mindestens 73 Prozesse endeten tödlich. Aus Goldlauter waren sieben Frauen und ein Mann betroffen, mindestens sechs Menschen überlebten nicht. Darunter war auch Barbara, Oswald Triebels Witwe, 85 Jahre, sie wurde nach dem Prozess verbrannt.
1646 Bei der Volkszählung nach dem 30-jähigen Krieg werden keine Triebel-Familien erfasst.
1648 Martha Triebel, Tochter des Matthäus Triebel aus Frauenwald, heiratet am 5.7.1648 in Goldlauter Hans Weiß, Köhler aus Goldlauter.
1674 Hans Adam Triebel, Sohn des Paul Triebel aus Schmiedefeld, heiratet am 25.11.1674 in Goldlauter Ursula Orban. Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor: Stephan (*1675), Sebastian (*1677), Susanna (*1680) und Ursula (*1683).

18. Jahrhundert

1707 Stephan Triebel, geboren in Vesser, Köhler in Goldlauter heiratet Maria Elisabetha Weis, eine Enkelin der Martha Triebel aus Frauenwald, die 1648 in Goldlauter heiratet. Stephan Triebel ist um 1740 Kirchenältester in Goldlauter bevor er 1749 stirbt. Die Ehe bringt zehn Kinder hervor, von den zwei im Kindesalter sterben. Sohn Johannes stirbt bereits mit 21 Jahren. Sohn Christian lernt Tischler in Goldlauter und Sohn Martin lernt Köhler in Goldlauter, beide wandern aus, da sie nicht in Goldlauter sterben. Martin lebt 1775 in Heinrichs. Die restlichen Kinder Maria, Samuel, Stephan, Susanna Walpurgis und Anna Catharina leben und sterben schließlich in Goldlauter. Die Linie wurde weiter erforscht.
1719 Ein Pfarrdorf mit 140 Feuerstellen auf der Höhe des Thüringer Waldes.
1747 Michael Heinrich Triebel, 1747-1759 Pachtmüller der Mittelmühle in Goldlauter und Sohn des Martin Triebel (Schmied und Schultheiß) aus Vesser, heiratet in Goldlauter am 15.08.1747 Anna Elisabetha Weis. Die wahrscheinlich zweite Ehefrau des Vaters Martin Triebel, Anna Elisabetha Meurer ist die Witwe des Besitzers der Mittelmühle. Aus der Ehe gehen sieben Kinder hervor. Die erstgeborenen Zwillinge versterben als Säuglinge. Zwei weitere Kinder sterben im Kindesalter. Die restlichen Kinder Jacob Heinrich (*1751), Johanna Elisabetha (1755 – 1816), Susanna Margaretha (1757-1826) erreichen das Erwachsenenalter. Susanna Margaretha heiratet 1780 in Goldlauter Lorenz Rosch. Jacob Heinrich ist 1791 Schmied in Heinrichs.

Chronik Frauenwald

Für Frauenwald konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

Bis zum 16. Jahrhundert

1218 An der Erfurt-Illmenau-Nürnberg-Würzburger Geleitstraße wurde von Graf Poppo von Henneberg eine Kapelle gespendet, die 1218 an das Kloster Veßra übertragen wurde.
1500 Der Ort hat etwa 130 Einwohner und war kirchlicher Mittelpunkt auf den Höhen des Thüringer Waldes.
1514 Das Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält keine Einträge für Frauenwald.
1535 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält 9 Besteuerte mit einem Vermögen von 986 fl.
1569 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält 30 Besteuerte mit einem Vermögen von 3268 fl.

17. und 18. Jahrhundert

1617 Matthäus Triebel Fuhrmann in Frauenwald, Sohn des verstorbenen Peter Triebel, heiratet am 19.05.1617 in Frauenwald Martha Störmer, Tochter des Richters Bonifacius Störmer aus Goldlauter.
1647 Bei der Volkszählung nach dem 30-jähigen Krieg werden keine Triebel Familien erfasst.
1719 Frauenwald (zu den Frauen auf dem Walde) hat 74 Häuser und eine Pfarrkirche.
1778 Ein Brand in der Nacht vom 7. zum 8. August vernichtete die Schule und das Pfarrhaus mit allen Kirchenbüchern, die auch Einträge für Schmiedefeld und Vesser enthalten.
1789 Der Felgenhauer Georg Adam Triebel aus Schmiedefeld heiratet am 21.10.1789 in Frauenwald Margaretha Elisabeth Pfeiffer aus Frauenwald. Es werden mindestens fünf Kinder geboren, von denen zwei das Erwachsenenalter nicht erreichen. Tochter Eva Elisabetha heiratet vor 1837 in Waldau, Sohn Georg Friedrich heiratet um 1830 in Frauenwald und Sohn Johann David heiratet 1834 und lebt bis zu seinem Tod 1885 in Frauenwald.
1831 Am 3. August wurde die nach den Bauplänen von Karl Friedrich Schinkel gebaute Kirche St. Nicolai geweiht.
1838 Handzeichnung zu der Roteisensteinmutung bei Schmiedefeld des Georg Friedrich Triebel zu Frauenwald vom 19.09.1838.
1894 Justus Louis Triebel (*1856, +1928) aus Albrechts bei Suhl ist nach Frauenwald gezogen und hat eine Familie gegründet. Es werden die Söhne Erich (*1894), Lothar (*1897) und Otto geboren. Die Brüder werden nicht dauerhaft in Frauenwald leben. Erich stirbt in Altenstadt. Die Stammlinie lässt sich bis in die Gegenwart nachvollziehen.

19. Jahrhundert

1838 Handzeichnung zu der Roteisensteinmutung bei Schmiedefeld des Georg Friedrich Triebel zu Frauenwald vom 19.09.1838.
1894 Justus Louis Triebel (*1856, +1928) aus Albrechts bei Suhl ist nach Frauenwald gezogen und hat eine Familie gegründet. Es werden die Söhne Erich (*1894), Lothar (*1897) und Otto geboren. Die Brüder werden nicht dauerhaft in Frauenwald leben. Erich stirbt in Altenstadt. Die Stammlinie lässt sich bis in die Gegenwart nachvollziehen.