Ortschroniken führen

Ziele

  • Relevante Fakten aus verschiedenen Quellen zusammenfassen.
  • Fakten zu Orten und Personen in Beziehung setzen.
  • Neue Quellen identifizieren.

Inhalte

  • Wichtige Informationen zur Region.
    (Kriege, Schlachten, Machtwechsel, Wirtschaftsbranchen etc.)
  • Wichtige Informationen zu den Orten.
    (Erste Erwähnung, Handwerks- und Industrieansiedlungen, Wechsel von zuständigen Ämtern, Namensänderungen etc.)
  • Informationen zu den Kirchen, Kirchenbüchern und Schulen
    (Beginn der Aufzeichnungen, Lücken etc. )
  • Informationen zu Personen und Stammlinien
    (nicht zuordenbare Personen, Ortswechsel etc.)

Beispiele und Erkenntnisse

  • Mir waren die unterschiedlichen Bezeichnungen meines Forschungsgebietes „Henneberger Land“, die Machthaber und deren häufige Wechsel zu Anfang völlig undurchsichtig. Bei der Recherche für meine Chronik, bin ich auf den „geheimen Rat“ gestoßen, der das Herzogtum Sachsen-Zeitz für wenige Jahre verwaltete. Ich wusste vorher nicht was ein geheimer Rat ist und wäre auch nicht auf die Idee gekommen im Hauptstaatsarchiv Dresden, nach einer (heute) thüringischen Region zu recherchieren. Schließlich habe ich vor Ort in einem ca. 300 seitigen Erbhuldigungsregister 8 Triebels in Vesser finden können. Diese und weitere Triebels in anderen Orten habe ich in die Orts-Chroniken eingetragen.

Chronik Schmiedefeld

Für Schmiedefeld konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

15. Jahrhundert

1406 Der Ort wird erstmals urkundlich „uf dem Smidfeldt“ erwähnt.

16. Jahrhundert

1514 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthalten keine Einträge für Schmiedefeld.
1528 In der über 40 Jahre andauernden Auseinandersetzung um die „Harzwälder“ um den Finsterberg (ca. 1490 –1530) wurde Paul Triebel als Zeuge angehört, um eine klare Abgrenzung zwischen den Sächsischen und Hennebergischen Ländereien auszuloten.
1535 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält 11 Besteuerte mit einem Vermögen von 841 fl.
1569 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält 21 Besteuerte mit einem Vermögen von 2135 fl.
1573 In einem „Verzeichnis der Wehren und Waffen“ werden 30 männliche Personen namentlich geführt, von denen 16 über Büchsen und 14 über Federspieße verfügten. Einer davon trug den Namen Triebel.
1585 Zur Erbhuldigung erscheinen 37 Mannschaften, daraus können ca. 174 Einwohner abgeleitet werden.
1588 Zur Erbhuldigung erscheinen 48 Personen aus Schmiedefeld. Im Musterregister [55] wurden 48 Personen verzeichnet. Darunter Großhans Triebell, Jacob Triebel (Wittwer) und Jung Hans Triebel alle mit Federspieß. Unter den Mietlingen Matthäus und Jörg Triebel, beide ebenfalls mit Federspieß.
1600 Zur Erbhuldigung erscheinen 51 Personen aus Schmiedefeld. Die Bevölkerung lag zu dieser Zeit zwischen 175 und 200 Seelen.

17. Jahrhundert

1606 Zur Erbhuldigung erscheinen 43 Personen aus Schmiedefeld, davon 23 mit eigenem Hausbesitz und 20 Mietlinge. Daraus wurden 202 Einwohner abgeleitet.
1611 Zur Erbhuldigung erscheinen 75 Personen aus Schmiedefeld mit einem eigenen Haus, darunter 62 Männer und 13 Witwen. Abwesend waren 9 Männer, sodass von 84 Haushaltungen ausgegangen werden kann. Daraus wurden 348 Einwohner abgeleitet.
1617 Paul Triebel wird in Schmiedefeld geboren und wird bei der Hochzeit seines Sohnes Hans Adam Triebel erwähnt. Er heiratet 1674 in Goldlauter und ist laut diesem Eintrag 1649 in Schmiedefeld geboren. Ein Paul Triebel wird bei der Volkszählung 1647 jedoch nicht erwähnt. Da er bereits um 1617 geboren sein muss, müsste er zwischen 1647 und 1649 (Geburtsjahr des Hans Adam) nach Schmiedefeld gekommen sein.
1625 86 Musterungspflichtige werden verzeichnet. Darunter Hans und Jacob Triebel, Musketiere [56].
1626 Thomas Triebel aus Schmiedefeld stirbt in Schleusingen.
1631 In Schmiedefeld gibt es 70 Häuser und 71 Familien.
1647 Bei der Volkszählung nach dem 30-jährigen Krieg werden eine Witwe Anna Triebel und die Familien Cyriax, Johann und Wolfgang Triebel erfasst. Sie stellen drei von 19 Familien dar, von denen 5 keinen Vater mehr haben.
1649 In Schmiedefeld leben 15 Familien.
1659 In Schmiedefeld leben 51 Familien. 51 Männer und 10 Witwen in 52 Häusern.
1665 Schmiedefeld hat 55 Häuser.
1670 Der Schultheiß Hans Keßler gibt die Einwohnerzahl in einer amtlichen Eingabe mit über 300 Seelen an.
1675 Stephan Triebel, der erste Sohn des Hans Adam Triebel wird noch in Schmiedefeld geboren. Sebastian Triebel wird 1677 in Goldlauter geboren. Dazwischen muss die Familie umgezogen sein.
1692 Am 13. Mai 1692 Brennt bei einem Großfeuer der Großteil des Ortes ab, darunter auch die Kirche und das Forsthaus. Mehr als 182 Familien wurden als obdachlos registriert. Der Müller Hans David Triebel stellt ein Gesuch um Erlassung des Mühlschweins auf das Jahr 1693 nach dem erlittenen Brand der Mühle.
1700 Es werden 84 zur Mannschaft Gehörige ohne junge Burschen und 65 Feuerstätten gezählt.
1700 Um 1700 beginnt mit Johann Adam Triebel, Leinwebermeister, eine Familienlinie in Schmiedefeld, die weitere Generationen hervorbringt.

18. Jahrhundert

1701 Johann Nikolaus Triebel wird in Schmiedefeld geboren. Folgende Personen sind wahrscheinlich seine Kinder: Anna Christiana (1723-1783) und Johann Adam (1725-1795) bleiben in Schmiedefeld. Anna Christiana stirbt aber in Vesser. Zu Johann Christoph Triebel (*1725) in Schmiedefeld wurde kein Sterbeeintrag in Schmiedefeld oder Vesser gefunden.
1703 Am 7. und 8. Dezember ereignet sich eine Windkatastrophe am Finsterberg, Blauer Stein und Freibäche. 60 Klafter Baumbestand brachen zusammen.
1704 Ca. um 1704 muss Catharina Triebel, jüngste Tochter des Johann Stephan Triebel aus Schmiedefeld geboren, da sie 1724 in Schleusingen heiratet. Ihr Vater könnte Johann Stephan, Sohn des Hans Adam aus Schmiedefeld sein.
1707 Am 2. März 1707 wird ein Dokument unterschrieben was die Steuerzahlungen („entweder Sechs Gülden an Gelde oder ein Mastschwein“) für die im Jahr 1705 erbaute Mahlmühle des Johann Valentin Schneider regelt. Dabei wird festgelegt, dass die bestehende Mahlmühle in Besitz von Hans Triebel durch die neue nicht ruiniert werden darf. „sie bey einem Lehngelde gelassen werden und damit die alte Mühle und das alte Lehnstück, so Hannss Triebel besitze, nicht durch die selbst ruinieret werden den neuen Mühlgang zum alten Müller indes mahl vor anderen zu verpachten“ [44].
1707 Johann Jacob Triebel wird in Schmiedefeld geboren und lebt bis 1775 in Schmiedefeld. Er ist Kirchenältester in Schmiedefeld.
1711 Johann Erhardt Triebel wird in Schmiedefeld geboren, ist Fuhrmann und stirbt 1782 in Schmiedefeld. Er hinterlässt eine große Familie, die bis in die Gegenwart verfolgt werden kann.
1718 Es werden 91 Mannschaften in einem Erbhuldigungsregister erfasst.
1719 Ein Pfarrdorf mit 140 Feuerstellen auf der Höhe des Thüringer Waldes.
1734 Es werden 99 Mannschaften in einem Erbhuldigungsregister erfasst. Davon Stephan Triebel, Wittwer, und die Nachbarn Jacob Triebel, Valentin Triebel und Adam Triebel.
1749 Die Mühle gerät in Brand, die Besitzer waren ruiniert. Der Wiederaufbau der Sägemühle fand erst 1799 am Gersbach statt.
1760 Peter Triebel stirbt in Schmiedefeld. (Kirchenbucheintrag).
1778 Von der Oberaufsicht Schleusingen erforderte gutachterliche Berichterstattung über das von Michael Günther, Ehrhardt Triebel und Adam Stuhl in Schmiedefeld geschehene Gesuch um Erlaubnis zur Anlegung einer Bleicherei.
1790 Es werden 1034 Einwohner erfasst.
1791 Gesuch von Jacob Triebel, Johannes Schmidt u.a. in Schmiedefeld um Erbauung neuer Wohnhäuser.
1796 Gesuch des Inwohners und Schäfthauers Johann Sebastian Triebel in Schmiedefeld um Konzession zur Erbauung eines neuen Wohnhauses auf der Brunnweise an der Schleusinger Straße.

19. Jahrhundert

1810 Es existiert eine Akte über Jacob Triebel u.a. in Schmiedefeld wegen ohne Konzession erbauter Wohnhäuser.
1815 Es werden 1088 Einwohner erfasst. Der Kreis Schleusingen wird preußisch.
1871 Eine Brandkatastrophe erfasst und zerstört den historischen Ortskern. Über vier Jahre lebten fast alle Familien im Ort in äußerst beengten Verhältnissen, die Obdachlosen waren auf die noch stehenden Gebäude am Ortsrand verteilt. Es kam zum Zusammenbruch der hygienischen Verhältnisse, als bis zu 18 Personen in den ortstypischen kleinen Häuschen oder in Schuppen und Scheunen leben mussten. Nach einer ärztlichen Studie grassierte im Ort über fünf Jahre das Nervenfieber und der Hungertyphus, auch als Folge einer Kartoffel-Missernte. Mit Erlaubnis der Forstbehörde zogen viele als Holzfäller tätige Männer in die umliegenden Wälder und errichteten einfachste Blockhütten, um der Enge zu entkommen.
1850 In der Erhebung der Klassensteuer werden alle Namen und Berufe der Einwohner aufgeführt. In der Liste kommt der Name Triebel 13-mal vor. Zusammengestellt wurde die Liste vom Schultheißen Triebel und den Schöppen Adam Krämer, Daniel Lindenlaub, Christian Engelhardt sowie Friedrich Schneider.
1860 Adam Triebel ist nach August Kühn, der das Amt 1850 übernommen hatte, Schultheiß von Schmiedefeld.

Chronik Goldlauter

Für Goldlauter konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

Bis zum 17. Jahrhundert

1574 Steffen Triebel heiratet in Schleusingen.
1588 Die Steuerregister des Amtes Suhl enthalten 49 Besteuerte („Mannschaften“) mit einem Vermögen von 2135 fl.
1600 Es beginnen die Kirchenbuchaufzeichnungen mit Tauf-, Trau- und Sterberegister.
1619 Aus dem Amt Suhl waren mindestens 106 Frauen und Männer von Hexenverfolgung betroffen. Mindestens 73 Prozesse endeten tödlich. Aus Goldlauter waren sieben Frauen und ein Mann betroffen, mindestens sechs Menschen überlebten nicht. Darunter war auch Barbara, Oswald Triebels Witwe, 85 Jahre, sie wurde nach dem Prozess verbrannt.
1646 Bei der Volkszählung nach dem 30-jähigen Krieg werden keine Triebel-Familien erfasst.
1648 Martha Triebel, Tochter des Matthäus Triebel aus Frauenwald, heiratet am 5.7.1648 in Goldlauter Hans Weiß, Köhler aus Goldlauter.
1674 Hans Adam Triebel, Sohn des Paul Triebel aus Schmiedefeld, heiratet am 25.11.1674 in Goldlauter Ursula Orban. Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor: Stephan (*1675), Sebastian (*1677), Susanna (*1680) und Ursula (*1683).

18. Jahrhundert

1707 Stephan Triebel, geboren in Vesser, Köhler in Goldlauter heiratet Maria Elisabetha Weis, eine Enkelin der Martha Triebel aus Frauenwald, die 1648 in Goldlauter heiratet. Stephan Triebel ist um 1740 Kirchenältester in Goldlauter bevor er 1749 stirbt. Die Ehe bringt zehn Kinder hervor, von den zwei im Kindesalter sterben. Sohn Johannes stirbt bereits mit 21 Jahren. Sohn Christian lernt Tischler in Goldlauter und Sohn Martin lernt Köhler in Goldlauter, beide wandern aus, da sie nicht in Goldlauter sterben. Martin lebt 1775 in Heinrichs. Die restlichen Kinder Maria, Samuel, Stephan, Susanna Walpurgis und Anna Catharina leben und sterben schließlich in Goldlauter. Die Linie wurde weiter erforscht.
1719 Ein Pfarrdorf mit 140 Feuerstellen auf der Höhe des Thüringer Waldes.
1747 Michael Heinrich Triebel, 1747-1759 Pachtmüller der Mittelmühle in Goldlauter und Sohn des Martin Triebel (Schmied und Schultheiß) aus Vesser, heiratet in Goldlauter am 15.08.1747 Anna Elisabetha Weis. Die wahrscheinlich zweite Ehefrau des Vaters Martin Triebel, Anna Elisabetha Meurer ist die Witwe des Besitzers der Mittelmühle. Aus der Ehe gehen sieben Kinder hervor. Die erstgeborenen Zwillinge versterben als Säuglinge. Zwei weitere Kinder sterben im Kindesalter. Die restlichen Kinder Jacob Heinrich (*1751), Johanna Elisabetha (1755 – 1816), Susanna Margaretha (1757-1826) erreichen das Erwachsenenalter. Susanna Margaretha heiratet 1780 in Goldlauter Lorenz Rosch. Jacob Heinrich ist 1791 Schmied in Heinrichs.

Chronik Frauenwald

Für Frauenwald konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

Bis zum 16. Jahrhundert

1218 An der Erfurt-Illmenau-Nürnberg-Würzburger Geleitstraße wurde von Graf Poppo von Henneberg eine Kapelle gespendet, die 1218 an das Kloster Veßra übertragen wurde.
1500 Der Ort hat etwa 130 Einwohner und war kirchlicher Mittelpunkt auf den Höhen des Thüringer Waldes.
1514 Das Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält keine Einträge für Frauenwald.
1535 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält 9 Besteuerte mit einem Vermögen von 986 fl.
1569 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält 30 Besteuerte mit einem Vermögen von 3268 fl.

17. und 18. Jahrhundert

1617 Matthäus Triebel Fuhrmann in Frauenwald, Sohn des verstorbenen Peter Triebel, heiratet am 19.05.1617 in Frauenwald Martha Störmer, Tochter des Richters Bonifacius Störmer aus Goldlauter.
1647 Bei der Volkszählung nach dem 30-jähigen Krieg werden keine Triebel Familien erfasst.
1719 Frauenwald (zu den Frauen auf dem Walde) hat 74 Häuser und eine Pfarrkirche.
1778 Ein Brand in der Nacht vom 7. zum 8. August vernichtete die Schule und das Pfarrhaus mit allen Kirchenbüchern, die auch Einträge für Schmiedefeld und Vesser enthalten.
1789 Der Felgenhauer Georg Adam Triebel aus Schmiedefeld heiratet am 21.10.1789 in Frauenwald Margaretha Elisabeth Pfeiffer aus Frauenwald. Es werden mindestens fünf Kinder geboren, von denen zwei das Erwachsenenalter nicht erreichen. Tochter Eva Elisabetha heiratet vor 1837 in Waldau, Sohn Georg Friedrich heiratet um 1830 in Frauenwald und Sohn Johann David heiratet 1834 und lebt bis zu seinem Tod 1885 in Frauenwald.
1831 Am 3. August wurde die nach den Bauplänen von Karl Friedrich Schinkel gebaute Kirche St. Nicolai geweiht.
1838 Handzeichnung zu der Roteisensteinmutung bei Schmiedefeld des Georg Friedrich Triebel zu Frauenwald vom 19.09.1838.
1894 Justus Louis Triebel (*1856, +1928) aus Albrechts bei Suhl ist nach Frauenwald gezogen und hat eine Familie gegründet. Es werden die Söhne Erich (*1894), Lothar (*1897) und Otto geboren. Die Brüder werden nicht dauerhaft in Frauenwald leben. Erich stirbt in Altenstadt. Die Stammlinie lässt sich bis in die Gegenwart nachvollziehen.

19. Jahrhundert

1838 Handzeichnung zu der Roteisensteinmutung bei Schmiedefeld des Georg Friedrich Triebel zu Frauenwald vom 19.09.1838.
1894 Justus Louis Triebel (*1856, +1928) aus Albrechts bei Suhl ist nach Frauenwald gezogen und hat eine Familie gegründet. Es werden die Söhne Erich (*1894), Lothar (*1897) und Otto geboren. Die Brüder werden nicht dauerhaft in Frauenwald leben. Erich stirbt in Altenstadt. Die Stammlinie lässt sich bis in die Gegenwart nachvollziehen.

Kirchenbücher Schmiedefeld und Vesser

Überblick

Für Schmiedefeld und Vesser existieren Kirchenbuchaufzeichnungen ab 1760, denn erst im Jahre 1758 erhalten die Gemeinden unter dem Pfarrer Wilhelm Fritz nach jahrelangem Kampf eine eigene Pfarrei. Er zog dort am 1. Januar 1759 ein. Zuvor waren die Gemeinden in Frauenwald eingepfarrt. Ein Brand in der Nacht vom 7. zum 8. August 1778 vernichtete die Schule und das Pfarrhaus in Frauenwald mit allen Kirchenbüchern. Von der Reformation bis 1759 hatten 16 Pfarrer von Schmiedefeld und Vesser Ihren Amtssitz in Frauenwald, seit dieser Zeit bis ca. 1931 waren es wiederum 16 Pfarrer mit Amtssitz in Schmiedefeld a. R.. Die zuständigen Pfarrer in der Zeit von 1555 bis zu Wilhelm Fritz (+1772) sind im Kirchenbuch von 1760 verzeichnet.

Deckblatt des ersten Kirchenbuches (Quelle: Landeskirchenarchiv Magdeburg)

Dokumente

  • Kirchenbuch Schmiedefeld / Vesser 1760 – 1800
  • Kirchenbuch Schmiedefeld / Vesser 1801 – 1823
  • Kirchenbuch Schmiedefeld / Vesser 1823 – 1843
  • Kirchenbuch Schmiedefeld / Vesser 1843 – 1863

Zustand & Besonderheiten

Das erste Kirchenbuch ab 1760 ist in einem sehr schlechten Zustand. Die Seiten wurden sehr dicht, mit unsauberer Handschrift und nahezu ohne Rand beschrieben. Die Ränder sind „abgenagt“ was die Aufzeichnungen dort oft unlesbar macht. Alle Kirchenbücher enthalten alphabetische Namensverzeichnisse. Für die Schmiedefelder Erlöserkirche wurde von 1790 – 1919 ein Stuhlverzeichnis geführt.

Zugriff

Die Kirchenbücher sind als Mikrofilme im Landeskirchenarchiv Magdeburg einsehbar. Auf der Webseite ist eine Liste der Kirchenbücher verlinkt, die gelegentlich aktualisiert wird. Genauere Meta-Informationen sowie große Teile der Register und Verzeichnisse liegen mir vor. Schreibt mich bei Bedarf an.

Methoden

In den folgenden Beiträgen beschreibe ich meine Erfahrungen zum überwinden von toten Punkten. Ich habe sie verallgemeinert und strukturiert. Daher müsste es sehr oft heißen, „so hätte ich es von Anfang an machen sollen“.

Forschungsgebiet Südwest-Thüringen

Mein Schwerpunkt erstreckt sich über die Region um Suhl, Schleusingen und Schmiedefeld, da meine Stammlinie Ihren Ursprung im Ort Vesser hat. Es werden aber auch weitere Orte außerhalb dieser Region erfasst.

1 Map

Chronik Vesser

Für Vesser konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

15. Jahrhundert

900 Vesser „Uezzerun“ (Vezzerun) wird erstmalig in einer Urkunde erwähnt als Ort, an dem Eisen geschmolzen und geschmiedet wurde. Der Hüttenort (ubi ferrum conflatur) wird in einer Schenkungsurkunde des Grafen Adalbrecht an Fulda erwähnt und verdankt seine Entstehung ebenso wie Schmiedefeld a. R. dem Vorkommen von Eisenerzen im Vessertal.
1406 Die Entwicklung des Dorfes begann im frühen 15. Jahrhundert mit der Errichtung eines Hammerwerks zur Eisenverarbeitung, das bis ins 19. Jahrhundert an der unteren Hammerwiese betrieben wurde. Der „Hammer in der Vesser“ wird am 2.5.1406 erstmals urkundlich genannt. Er ist damit als ältester Eisenhammer des Schleusegebietes anzusehen, selbst der erste Eisenhammer in Suhl wird erst 1437 genannt. Der Hammer wird bis 1748 im späteren unteren Forsthaus betrieben.
1468Die Gebrüder Triebel sind die ältesten nachweisbaren Besitzer des Vesserer Hammers. Sei werden in einem Steuerregister als Betreiber des Hammerwerkes genannt.
1497Die Brüder Paul und Heinz Triebel betreiben den Hammer in Vesser, dessen Betrieb gemindert oder eingestellt werden soll, um den brachliegenden Lauter-Hammer wieder in Betrieb zu nehmen [60]. Details zu diesem Vorgang befinden sich in der Deutung von Werner Schwarz.

16. Jahrhundert

1514 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthalten keine Einträge für Vesser.
1535Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthalten keine Einträge für Vesser.
1569 Die Steuerregister des Amtes Schleusingen enthält vier Besteuerte mit einem Vermögen von 320 fl. Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich dabei um Triebels handelte.
1570Anton, Klaus und Georg Triebel (Nachfahren der Brüder Paul und Heiz) betreiben den Hammer in der Vesser [61].
1572 Vesser hat 14 Einwohner.
1573 In einem „Verzeichnis der Wehren und Waffen“ werden 3 männliche Personen namentlich geführt, von denen 2 über Büchsen und einer über ein Federspieß verfügte. Alle trugen den Namen Triebel.
1585 In Vesser leben 5 Mannschaften, die ca. 23 Personen beinhalteten.
1588 Nachweisbare Besitzer des Vesserer Hammers waren ‘die Driebeln in der Vesser’, die 1588 fünf Gulden Erbzins dafür bezahlen mussten, aber nicht mehr Eisen herstellten ‘dann verarbeitet wird zu Waffen und Spießen’ .
1588 Margaretha Triebel aus Vesser heiratet in Schleusingen Valden Klauer, es sind im Heiratseintrag des Kirchenbuches leider keine weiteren Informationen über die Familie von Margaretha angegeben.
1588Im Musterungsregister werden Hans, Heinz und Elias Triebel, als „Schusen“ sowie Hans Triebel des Hans und Junghans Triebel, beide mit Federspießen geführt [55].
1595 Die Kirchenglocke ist zersprungen und wird in Erfurt umgegossen und „8 Ztr. 65 Pfund neue Speise“ wurde dazugekauft. Sie kostete 260 fl, 14 Groschen und 3 Pfennig.

17. Jahrhundert

1601 Der sich ausweitende Bergbau sorgt für Aufschwung in Vesser. Es erfolgten weitere Ansiedlungen von Handwerken.
1606 In Vesser leben vier Mannschaften, die ca. 19 Personen beinhalteten. Im Jahr 1611 sind es genauso viele.
1625Im Musterregister wird Hans Triebel in der Veßer, Musketier, neben einem Söldner geführt [56].
1631 In Vesser leben sieben Mannschaften in sieben Häusern.
1641 Am 21.02.1641 heiratet Ursula Triebel, Tochter des Johann Triebel aus Vesser, Johann Drott Sensenschmied aus Schleusingen. Die Hochzeit ist im Kirchenbuch Schleusingen verzeichnet mit den Hinweis „Anderswo copulirt“.
1647 Bei der von der Kirche angeordneten Volkszählung nach dem 30-jährigen Krieg wurden in Vesser 3 Familien mit dem Namen Triebel verzeichnet, die mit höchster Wahrscheinlichkeit verwandt sind. Johann Triebel ist Schultheiß von Vesser. Vesser und Stützerbach waren die einzigen beiden Orte, die vom dreißigjährigen Krieg verschont blieben. Vesser wahrscheinlich insbesondere aufgrund der Unwegsamkeit und der versteckten Lage.
1658 Vesser hat sieben Mannschaften in sieben Häusern. Neben dem Eisenhammer existiert auch eine Schneidmühle.
1663 Am 23.01.1663 werden die Schultheißin Magdalene Triebel von Vesser, Elisabeth Pfeiffer und Ursula Keßler aus Schmiedefeld enthauptet und verbrannt. Magdalena Triebel und anderen hatten sich als Gespielin bei Hexentänzen der Anna Borchert bezeichnet.
1688 Die Mittagsglocke zerspringt am 28. Juni und wird durch den Glockengießer Nicolaus Rausch umgegossen, die abermals zersprang.
1690 Die Kirchenglocke zerspringt beim 18. Mai beim Gebetsschlagen und wurde 1697 erneut umgegossen und sprang wieder. 1711 wird sie vom Glockengießer Joh. Melchior Dork zu Koburg umgegossen.
1691 Bau einer Mahl- und Ölmühle durch Hans Adam Triebel [2].
1696 Bau einer Schneidemühle durch Valentin und Hans Adam Triebel [4].
1700 Bau eines Zainhammers durch Valentin Triebel [5].

18. Jahrhundert

1710 Bau der (neuen) Kirche in Vesser analog zu der in Schmiedefeld. Der Kanzelaltar trägt die Figuren der Maria und des Johannes. Der Taufstein mit einem aus Messing getriebenen Taufbecken hat die Zeichen: „1711 D. K. S.“. Die Taufkante ist von einem P. S. 1715 gestiftet. In Vesser leben 21 Familien davon 12 mit dem Namen Triebel.
1716 Als Hans Michael Jäger das Gesuch stellt eine Ölmühle in Schmiedefeld zu erbauen, erhob die Witwe Ursula Triebel aus der Triebel-Mahlmüller-Linie in Vesser – trotz ihres Vermögens von 2.000 Gulden – Einspruch. Seit Ableben ihres Mannes vor 9 Jahren, war kein Öl in der Vesserer Mühle geschlagen und verkauft worden.
1717Valentin Triebel stellt den Antrag den Schmiedehammer auf die heutige Hammerwiese zu verlegen [57].
1718 Es werden 13 Mannschaften in einem Erbhuldigungsregister erfasst. Vesser hat 19 Feuerstellen. Die eindeutige Nachvollziehbarkeit der Triebel-Schmiede-Linie beginnt mit Adam Triebel und reicht bis in die Gegenwart.
1734 Es werden 32 Mannschaften in einem Erbhuldigungsregister erfasst, davon 8 mit dem Namen Triebel.
1742 Der Eisenhammer ist von Familie Triebel in den Besitz von Georg Keiner, Johann Michael Greiffelt und Johann Heinrich Klett übergegangen. Sie beantragen gemeinsam eine Konzession ihn an den Ort der Schneidemühle zu verlegen. Der letzte Pächter war Johann Friedrich Triebel [58].
1748 Der Eisenhammer wird wegen der hohen Lärmbelästigung zu einem Forsthaus umfunktioniert und auf die heutige Hammerwiese verlegt. Dort wird er bis 1854 betrieben.
1754 Es wird ein eigenes Steuermatrikel für Vesser begonnen und bis 1824 geführt.
1758 Vesser hat 19 Häuser und 30 Haushaltungen. Schmiedefeld und Vesser erhalten eine eigene Pfarrei. Nach verschiedenen Anfragen und Ablehnungen wurden Ende Juli 1758 die Bewohner Schmiedefelds und Vessers nach Schleusingen geladen um Ihr Anliegen eine eigene Kirche zu haben zu verteidigen. Anwesend waren aus Vesser der Schultheiß Johann Adam Triebel, der Dorfmeister Christoff Widder und der Kirchenälteste Hans Georg Triebel. Am 20.11.1758 wurde die Genehmigung von der Dresdener Kirchenbehörde erteilt. August Ab 1760 sind Kirchenbücher überliefert.
1783 Der Schultheiß Triebel bescheinigt Johann Adam Schmidt aus Vesser, der Schulmeister im Schmiedefeld werden wollte, „Fleiß, Treue und Sorgfalt“. Trotzdem ist er nicht Schulmeister geworden.
1789 Im Steuermatrikel ist „Ein gantzer Eisenhammer mit seinem Zugehör“ verzeichnet, der Johann Daniel Keiner zugeschrieben wird. Die Keiner-Familie war 1789 auch im Besitz des Eisenhammers Schleusingen (Friedrichswerk) und in Hinternah. Bei dem gemeinsamen Gesuch der Hammerbesitzer zu Schmiedefeld und Vesser im Jahr 1804 ist auch kein Triebel mehr vertreten, sondern ein Georg Daniel Keiner, ggf. ein Sohn von Johann Daniel Keiner.
1790 Vesser hat 22 Häuser und 94 Einwohner.

19. Jahrhundert

1808 Georg Daniel Keiner verkauft am 25. Mai den Eisenhammer an die Suhler Einwohner Georg Gotling und Georg Daniel Schilling.
1813 Im Mai kauft Georg Daniel Schilling auch den Zainhammer.
1827 In Vesser sind zwei Hämmer verzeichnet: „Der Schillingsche Eisen- und Zainhammer und der Stahlhammer im Vesserer Grund“.
1833 Unterhalb des Dorfes Vesser befinden sich ein Eisenhammer, ein Schmelzofen und ein Zainhammer, in dem nicht glattgeschmiedetes Eisen zu Nägeln oder Draht verarbeitet wurde.
1836 Vesser hat 189 Einwohner, 21 Wohnhäuser, 1 Unterförsterei und 1 Gasthof. Auch gehört zum Dorfe 1 Mahl-, 1 Schneide-, 1 Oelmühle und ein ¼ Stunde unter dem Dorfe liegender Eisenhammer.
1840 Vesser hat 235 Einwohner.
1841 Es wird eine Ölmühle erwähnt.
1850 Erst 1850 kam der Hammer in der Vesser zum Stilstand. 1854 wurden aus dem Hammer Schmiedezangen, Brecheisen und Feuerhaken gestohlen (Henneberger Kreisblatt 1854).
1854 Der Betrieb des Hammerwerkes zur Eisenverarbeitung an der unteren Hammerwiese wird eingestellt. Der als „Stahlhammer in der Vesser“ bezeichnete Eisenhammer gehört zur Konkursmasse des Herrn Kommerzienrates Höhn aus Ilmenau.
1855 Der Ort ist auf 180 Einwohner in 22 Häusern mit eigener Kirche, Schule, Gaststätte sowie Mahl- und Schneidmühle angewachsen.
1856 Im Ort wird eine Mahl- und Schneidemühle erwähnt.

Hämmer im Schleusegebiet

Chronik Schleusingen

Für Schleusingen und Hinternah konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

15. Jahrhundert

1412 Schleusingen erhält Stadtrecht.

16. Jahrhundert

1533 Schleusingen erhält das Marktrecht.
1560 In diesem Zeitraum wird Caspar Triebel geboren, der als Waffenschmied in Hinternah lebt, und eine Familie gründet, deren Nachfahren (der „Waffenschmied-Hinternah-Linie“) bis mindestens ins 17. Jahrhundert in Hinternah und Schleusingen leben.
1570 Es beginnen die Kirchenbuchaufzeichnungen (Trauungen und Taufen) der St. Johannis Kirche für Schleusingen und Hinternah. Separate Kirchenbuchaufzeichnungen für Hinternah wurden erst ab 1662 geführt.
1571 In den folgenden 20 Jahren (1571-1588) heiraten in Schleusingen Caspar, Hans, Martha, Barbara, Dorothea, Christina und Hans Triebel. Es kann davon aus gegangen werden, dass sie Geschwister sind.
1574 Steffen Triebel aus Goldlauter heiratet in Schleusingen und gründet eine weitere Familienline in Schleusingen. Er hat wahrscheinlich einen Sohn Richard.
1577 Stiftungsurkunde des Schleusinger Gymnasiums.
1581 Oswald Triebel aus Suhl heiratet Else Weißler. Es sind keine Nachfahren bekannt.
1582 Wegen der gregorianischen Kalenderänderung folgt auf den 05.10.1582 direkt der 14.10.1582.
1588 Im Musterungsregister wird in Schleusingen ein Andres Triebel, mit Federspieß, geführt. In der Schleusinger Vorstadt wird Balizar Triebel, Caspar Triebel, mit Federspieß,  Hans Driebel, mit Knebelspieß geführt [55].

17. Jahrhundert

1611 Die Bevölkerung Hinternahs ist von 180 Einwohnern um 1500 auf ca. 650 gewachsen. Um dieses Jahr wird in der Hinternah-Linie auch Jörg Triebel als Sohn des Caspar geboren. Er lebt auch als Waffenschmied in Hinternah.
1625 Im Juli wird Caspar Triebel Stammvater der Hinternah-Linie im Musterungsregister geführt [56] im September stirbt er. Drei Jahre später stirbt seine Frau und seiner Kinder Elisabetha (7 Jahre) und Paulus (5 Jahre).
1626 Thomas Triebel aus Schmiedefeld stirbt in Schleusingen. Es sind keine weiteren Familienmitglieder bekannt.
1630 Jörg Triebel heiratet am 31.11. Ursula Anschütz ebenfalls aus Hinternah. Er wird mit der Geburt seiner Kinder Catharina (*1631), Nicolaus (*1633) und Andres (*1637 +1638) zum Stammhalter der Hinternah-Linie. Jörg stirbt relativ Jung nur 8 Jahre nach seiner Hochzeit im Februar 1638.
1634 Während des Dreißigjährigen Krieges konnte der Stadtkommandant Ludwig Ernst Marschall beim Eintreffen der ersten kaiserlichen Truppen mit viel Verhandlungsgeschick die Stadt vor der Plünderung und Zerstörung durch die Kroaten des gefürchteten Generals Isolani retten. Diese nutzten jedoch Schleusingen als Winterquartier und zogen werraabwärts plündernd und brandschatzend bis in die Kuppenrhön [54].
1635 Elias Triebel, Schlosser aus Hirschbach, heiratet in Schleusingen und stirbt 3 Jahre später am 12.8.1638. Seine Tochter Anna stirbt im Juni 1647 und seine Tochter Margaretha am 19.08.1658 in Schleusingen.
1646 Bei der von der Kirche angeordneten Volkszählung nach dem 30-jährigen Krieg wurde nur die Familie des Eberhardt Triebel, Stammhalter der Schleusingen-Linie, mit seiner Ehefrau Ursula und drei Töchtern in der Schleusinger Vorstadt dokumentiert. 
1662 Im November heiratet Nicolaus Triebel Bürger und Schneider in Schleusingen. In den Folgejahren werden mindestens 5 Kinder des Nicolaus geboren. Er kann kein Nachfahre des Eberhardts gewesen sein, da er sonst im Volkszählungsverzeichnis enthalten gewesen wäre.
1663 Im Juni heiratet Johann Triebel, Schultheiß und Hammerschmied wahrscheinlich aus Vesser, Margaretha Möller aus Schleusingen.
1679 Der große Brand an der Südseite des Marktes.
1681 Hans Caspar Triebel ein Musikant und Paußmann zu Königsberg in Franken heiratet Anna Margaretha Schütz aus Schleusingen. Hans Caspar ist Paul Triebels (+), Bürger und Seifen-Sieders in Suhl, Sohn.
1685 Johann Triebels (Schultheiß in Vesser) Wittwe Margaretha Triebel heiratet am 15.11.1685 in Schleusingen Andreas Dresßler einen Gastwirt aus Lichtenau.

18. Jahrhundert

1719

Schleusingen hat 238 bürgerliche Häuser.
1724 Am 19.11.1724 heiratet Catharina Triebel, jüngste Tochter des Johann Stephan Triebel aus Schmiedefeld geboren, Johann Georg Kühner.
1734 Catharina Triebel wird als Witwe im Erbhuldigungsregister der Untertanen und Vasallen geführt. 
1746 Johann Adam Triebel aus Vesser und Teil der Mahlmüller-Linie heiratet das erste Mal in Schleusingen Johanna Maria Kern und gründet eine Familie. Er wird später Bürgermeister in Schleusingen.
1765 Der große Brand an der Südseite des Marktes.
1773 Der große Brand an der Nordseite des Marktes.

19. Jahrhundert

1876 Der große Brand in der Bertholdstraße, Walchstraße und Klosterstraße.

Chronik Henneberg

Für die Region Henneberg konnte ich die folgenden genealogisch relevanten Fakten zusammentragen.

Bis zum 14. Jahrhundert

1096 Gründung der Grafschaft Henneberg durch den Grafen von Henneberg, die in mehreren Linien regierten. Die Henneberger stammten vom Bamberger Geschlecht der Popponen ab.
1131 Gründung des Klosters Veßra, das geistliche Zentrum und Grablege für fast alle Generationen.
1274 Hennebergische Hauptteilung in die Linien:
Henneberg-Schleusingen (bis 1583)
– Henneberg-Aschach-Römhild (bis 1549)
– Henneberg-Hartenberg (bis 1379)
Die bedeutendste Linie war Henneberg-Schleusingen mit Sitz auf Schloss Bertholdsburg.
1310 Berthold VII. von Henneberg-Schleusingen wurde in den Fürstenstand erhoben. Henneberg wurde nun als reichsunmittelbare (direkt dem Kaiser unterstellt) und gefürstete Grafschaft regiert.
1353 Ein bedeutender Teil der Grafschaft um Coburg geht an das Haus Wettin als Mitgift Katharinas von Henneberg (+1397) bei der Hochzeit mit Friedrich dem Strengen.
1485 Ernst und Albrecht von Sachsen aus dem Hause Wettin regieren Sachsen zunächst gemeinsam und teilen dann ihre Länder (Leipziger Teilung). Albrecht und seine Nachkommen erhielten ein eigenes Territorium mit Dresden als Zentrum, das sie von nun an als Herzöge von Sachsen regierten.

16. Jahrhundert

1592 Hennberg Karte
Karte von Henneberg 1592 (Quelle: Deutsche Fotothek [53])
1514Im Landesarchiv Sachsen-Anhalt beginnen die Aufzeichnungen zum Forschungsgebiet unter der Signatur „A 30b IV Fürstentum Sachsen-Zeitz. Akten zur Grafschaft Henneberg (1514 – 1718)“
1535Im Landesarchiv Sachsen-Anhalt beginnen weitere konkretere Aufzeichnungen unter der Signatur „D 42 Amt Schleusingen (1535 – 1828)“.
1544 Graf Georg Ernst von Henneberg-Schleusingen schloss sich der Reformation an, obwohl sein Vater zunächst weiterhin dem alten Glauben treu blieb. Geldmangel führte zu einer Schuldverschreibung an das wettinische Sachsenhaus, da im katholischen Franken kein Partner gefunden werden konnte.
1554 Am 1. September 1554 wurde im Rathaus zu Kahla die ernestinisch-hennebergische Erbverbrüderung geschlossen.
1582Wegen der gregorianischen Kalenderänderung folgt auf den 05.10.1582 direkt der 14.10.1582.
1583 Aussterben der Henneberger Linie. Nach dem Kahlaer Vertrag mit den Wettinern wurde Henneberg durch die Sachsen übernommen.
– 7/12 gingen an die Ernestiner (u.a. Meiningen, Ilmenau und Wasungen)
– 5/12 gingen an die Albertiner (Schleusingen, Suhl und Kühndorf)
Beide blieben unter gemeinsamer Verwaltung mit Sitz in Meinigen.

17. Jahrhundert

1657 Nach dem Tot des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen (aus dem Hause Wettin, albertinische Linie) am 8.10.1656 werden auf Grundlage seines Testaments am 22.04.1657 in Dresden der „Freundbrüderliche Hauptvergleich“ und 1663 ein weiterer Vergleich geschlossen, in dem drei Territorien und deren Hoheitsrechte abgrenzt werden. An seinen Sohn Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz (* 28. März 1619 in Dresden; † 4. Dezember 1681 in Zeitz) gingen dabei neben anderen Territorien die kursächsischen Erbansprüche von 5/12 der Grafschaft Henneberg und bilden zusammen das Herzogtum Sachsen-Zeitz. Er bemühte sich in seiner Regierungszeit die nach dem Dreißigjährigen Krieg zerstörten Ländereien wieder aufzubauen.
1660 Die Grafschaft Henneberg wurde im Rahmen des Weimarer Vertrags (Sächsischer Teilungsvertrag) aufgelöst, weil sich Ernestiner und Albertiner nicht über die Erbschaft einigen konnten. Es entstanden:
– Fürstentum Sachsen-Zeitz (Schleusingen, Suhl, Kühndorf mit Benshausen).
– Herzogtum Sachsen-Weimar (Ilmenau und Kaltennordheim)
– Herzogtum Sachsen-Altenburg (Meiningen, Maßfeld, Themar, Kellerei Behrungen, Hof zu Milz, Kammergut Henneberg)
– Herzogtum Sachsen-Gotha (Frauenbreitungen, Sand und Wasungen)
Im Zuge dieser Teilungen wird auch der Ort Stützerbach aufgeteilt.
1672Die beiden letzteren Herzogtümer wurden zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg vereinigt.
1681 Der erst 17-jährige Moritz Wilhelm (* 12. März 1664 in Zeitz; † 15. November 1718 in Weida) trat nach dem Tod seines Vaters am 4. Dezember 1681 seine Herrschaft nur teilweise und nur formell an. Sachsen-Zeitz verblieb bis 1685 unter der Vormundschaftsregierung des sächsischen Kurfürsten Johann Georg III. (Hauptlinie der Wettiner).
1685Der Einfluss Kursachsens blieb sehr groß und verschiedene Versuche eine größere Unabhängigkeit zu erlangen blieben erfolglos. Die praktische Verwaltung des Herzogtums erfolgte durch den sog. geheimen Rat.

18. Jahrhundert

1711 Henneberg Karte
Karte von Henneberg ab 1711 (Quelle: Deutsche Fotothek [50])
1718 Mit dem Tod von Moritz Wilhelm geht Sachsen-Zeitz und damit auch die Ämter Schleusingen und Suhl wieder an die Albertinische Hauptlinie zurück, da die verbliebenen Erbprinzen in einem geistlichen Stand eingetreten waren.
1733Friedrich August der I. („August der Starke„) aus der Albertinischen Hauptlinie stirbt in Warschau. Für seinen Nachfolger wird ein Erbhuldigungsregister des Herzogtums Sachsen-Zeitz erstellt.
1815 Mit der Neuordnung Europas nach den Niederlage Napoleon Bonapartes durch den Wiener Kongress gingen die Ämter Schleusingen und Suhl 1815 an Preußen und bildeten dort den Kreis Schleusingen in der Provinz Sachsen.