Dem Aussterben nah in Hinternah

Die Waffenschmiede-Linie

In Hinternah existierten in der 2. Hälfte des 16. Jh. zwei Eisenhämmer, der „Obere Hammer“ (auch der Streitleins Hammer) und der „Untere Hammer“ (auch der Appenfellers Hammer). Diese wurden wahrscheinlich im 17. Jh. vereinigt, da die Appenfeller Familie nur noch für einen Hammer Erbzins an das Schleusinger Amt zahlte [27]. Wer auch immer die steuern zahlte, musste der Arbeitgeber von Caspar Triebel und seines Sohnes Jörg Triebel gewesen sein. Beide lebten und arbeiten zwischen ca. 1575 und 1638 als Waffenschmiede in Hinternah.

Hämmer im Schleusegebiet
Karte der Hämmer im Schleusegebiet [27]

Der vereinte Eisenhammer ging 1785 in den Besitz des Hammermeisters Keiner aus Vesser über, dessen Familie bereits den Hammer in der Vesser gekauft hatte. Es ist jedoch mehr als unwahrscheinlich, dass zu dieser Zeit noch Nachfahren des Jörg Triebel im Hinternaher Hammer arbeiteten, denn seine Familie hatte einen sehr schlechten Start ins 17. Jahrhundert.

Der Tod und das leidige Jahr 1628

Von Caspar, dem Stammhalter der Waffenschmiede-Linie, sind fünf Kinder bekannt, von denen die mittleren Drei bereits im frühen Kindesalter sterben. Zu dieser Zeit war das keine Seltenheit, jedoch reihten sich sich auch viele Erwachsene in die kurze Todesfolge ein:

  • Caspars Kinder: Johannes († 1621, 3 Jahre), Elisabetha († 1628, 7 Jahre) und Paulus († 1628, 5 Jahre).
  • Caspar selbst starb 1625 und seine Ehefrau 1628.

Glücklicherweise führten die beiden verbleiben Kinder Caspars den Namen Triebel zusammen mit Familie Anschütz weiter. Tochter Margaretha Triebel heiratet 1627 Johannes Anschütz und sein Sohn Jörg Triebel heiratet 1630 Ursula Anschütz. Die Ehepartner waren jedoch keine Geschwister. Jörg und Ursula bekommen drei Kinder und die Todesfolge nimmt ihren weiteren Lauf:

  • Sohn Andres († 1637, 1 Jahr)
  • Jörg selbst stirbt nur acht Jahre nach seiner Hochzeit († 1638).
  • Ursula stirbt weitere 8 Jahre später († 1646).

Nachdem die Kinder Catharina und Nicolaus bereits viele Jahre ohne Ihren Vater aufwachsen mussten, sind sie nun Vollwaisen.

Teenager-Waisen im Dreißigjährigen Krieg 

Bei der von der Kirche angeordneten Volkszählung nach dem Dreißigjährigen Krieg [1] im Jahr 1646 werden die Geschwister Catharina und Nicolaus Triebel nicht erwähnt. Die einzige Erwähnung des Namens Triebel ist die Familie Eberhardt Triebel („Schleusingen-Linie“) in der Schleusinger Vorstadt. Die Verzeichnisse der Stadt Schleusingen, Schleusinger Neundorf und Hinternah enthalten keine Einträge mit dem Namen Triebel.

Die Geschwister haben aber überlebt. Zur Zeit der Volkszählung waren sie um die 15 Jahre alt. Es ist möglich, dass sie in einer Familie in Schleusingen untergekommen sind, denn hier werden im Gegensatz zu Schleusinger Neundorf, Schleusinger Vorstadt und Hinternah die Waisen, Mägde und Knechte nicht namentlich geführt. Catharina heiratet im August 1658 Jörg Wagner in Schleusingen und Ihr Bruder hat sich vom „Sartor“ (Flickschneider bzw. Ausbesserer) zum Schneider entwickelt und heiratet am 23.11.1662 in Schleusingen. Nicolaus bekommt mit seiner Frau Elisabetha fünf Kinder.

Derzeit enden die Nachforschungen zur „Waffenschmied-Linie“ bei dieser Generation Ende des 17. Jahrhunderts. Der komplette Stammbaum kann hier eingesehen werden.

Triebel Zufallsfunde

JahrFund
1621Traueintrag KB Schleusingen: Hans Sperrer, Clausens Sporrers r. fil: alhier, Veronica, Thomas Triebels tochter zu Suhla.
1700Traueintrag KB Schleusingen: Caspar Henn, Wittwer, Bürger und Tagelöhner allhier, und sie, Margaretha Barbara, Meister Johann Treibigs Inwohners und ??? nachgelassene eheleibliche einzige Tochter zu Kühndorf.
1711Traueintrag KB Schleusingen: Anders Wolfram, Caspar Wolfram mitnachbars nachgelassener eheleiblicher Sohn, zu Rotlitz?, und sie, Johanna Elisbetha, Meister Stephen Trübels einwohners und messerschmidts ??? mittelste Tochter zu Schweinau.